VIV-Konzert mit Pianistenduo Nina Tichman und Anthony Spiri

Industriekonzert : Vierhändiges Klavierspiel begeistert Publikum

Ein Klavierabend der Extraklasse – diesem Motto wurde das Konzert der VIV-Industrieverbände am Dienstagabend wohl gerecht. Zum Jahresauftakt spielte das amerikanische Pianistenduo Nina Tichman und Anthony Spiri Originalwerke von Schubert, Bartholdy, Brahms und Krenek im voll besetzten Haus der Stadt.

Geradezu meisterhaft glitten die Finger der beiden Musiker über die Tasten des Steinway&Sons-Flügels. Fasziniert von der Virtuosität blickten die Gäste gebannt Richtung Bühne.

Nina Tichman und Anthony Spiri, beide international hoch angesehen, spielten vierhändig, also gleichzeitig an einem Instrument. Tichman, genau wie ihr Kollege Spiri seit vielen Jahren Professorin an der Kölner Musikhochschule, ist Gewinnerin zahlreicher, anerkannter Wettbewerbe. Die Amerikanerin hatte ihr Debut im Alter von 17 Jahren mit Beethovens Fünftem Klavierkonzert und spielt als Solistin und Kammermusikerin mit renommierten Orchestern auf der ganzen Welt. Anthony Spiri schloss seine Ausbildung nach Studien in den USA am Salzburger Mozarteum ab. Er gilt als einer der vielseitigsten Pianisten seiner Zeit und ist mit einem umfangreichen Repertoire als Klaviersolist und Liedbegleiter international unterwegs.

Perfekt aufeinander abgestimmt, präsentierten die beiden am Dienstag zunächst vier Werke des österreichischen Komponisten Franz Schubert. Der andächtigen Stille im Saal war zu entnehmen, dass die Besucher von dem gefühlvollen Zusammenspiel beeindruckt waren.

Im Anschluss gaben Tichman und Spiri das Stück „Andante e Allegro assai vivace op. 92“ von Felix-Mendelssohn-Bartholdy zum Besten. Ruhige Momente, aber auch furios-turbulente Passagen machten die Vorstellung zu einem vielfältigen Hörgenuss.

Auch nach der Pause ging es beschwingt weiter. Erst mit der „fünfstimmigen Doppelfuge“, bei deren Komposition sich Ernst Krenek von Johann Sebastian Bach inspirieren ließ, anschließend mit Johannes Brahms' eher volkstümlichen „Liebesliederwalzer“. Die Stücke stellten zwar einen merkbaren Kontrast zur ersten Konzerthälfte dar, wurden aber genauso leidenschaftlich von Nina Tichman und Anthony Spiri umgesetzt. Stürmische Ovationen waren schließlich die Reaktionen des Publikums.

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