Kreis Düren: VIV: Energiepreise machen vielen Unternehmen Angst

Kreis Düren: VIV: Energiepreise machen vielen Unternehmen Angst

„Das dritte Quartal war spitze, das erste aber miserabel“, blickt Dr. Stephan Kufferath, der Vorsitzende der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich und Euskirchen, auf das Jahr zurück. „Die Stimmung bei unseren Mitgliedsunternehmen ist jetzt positiv und das gilt auch für den Ausblick auf das kommende Halbjahr“, fasst er ein Ergebnis der Konjunkturumfrage knapp zusammen.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten die Mitgliedsunternehmen der VIV noch betrübt in die Zukunft geschaut — und ihre Befürchtungen hatten sich im ersten Quartal bewahrheitet. Doch von 892 Millionen Euro im ersten Quartal konnten die Umsätze auf 957 Millionen Euro im dritten Quartal gesteigert werden. „Von einer guten Ertragslage spricht jedes fünfte Unternehmen, jedes vierte spricht von einer schlechten Ertragslage“, ordnet Kufferath die Ergebnisse der Befragung ein.

Dazu gebe es Unternehmen, die hart um ein positives Jahresergebnis kämpfen müssten. Die Erträge seien deutlich vom starken Wettbewerb und der allgemeinen Kostensituation geprägt. Von den 72 Mitgliedsunternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben (es gibt 133), sprechen „ vier von einer „schlechten Geschäftslage“, was Kufferath auf „Firmenkonjunkturen“ zurückführt, also darauf, dass bestimmte Firmen es auf einem sich stets verändernden Markt schwer haben.

„Wir blicken nicht in ein rosarotes Jahr 2014“, sagte Kufferath. Für den Export bestünden wegen der noch nicht überwundenen Euro- und Staatsschuldenkrise Risiken, vor allem aber bereite der Industrie das Thema „Energie“ große Ängste. „Wenn dieses Thema von der großen Koalition nicht sauber gelöst wird, wird das die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beeinflussen“, prognostiziert Kufferath. „Gas und Strom sind bei uns deutlich teurer als bei den Wettbewerbern auf dem Markt.“

Um Missverständnissen vorzubeugen, betont Kufferath, dass die Industrie die Energiewende unterstütze. „Wir wollen keine Befreiung der Unternehmen von der EEG-Umlage, aber wir brauchen eine faire Verteilung der Kosten auf Privatleute und Unternehmen.“ VIV-Geschäftsführer Hans-Harald Sowka fordert ein marktwirtschaftliches System.

Besorgt blicken die Unternehmer auch auf die „sozialpolitische Agenda“ Koalition. Vor allem die Renten-Vereinbarungen sind laut Sowka „nicht solide finanziert“ und würden früher oder später zu Betrags- oder Steuererhöhungen führen. Für Kufferath ist das verantwortungslos gegenüber den jungen Generationen.

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