Vier Krankenhäuser im Kreis Düren in neuer Hand

Neue Eigentümer bei der ctw : Vier Krankenhäuser im Kreis Düren in neuer Hand

Die Zeit der Ungewissheit für rund 3000 Beschäftigte in unter anderem fünf Krankenhäusern, davon vier im Kreis Düren, ist beendet. Nach mehrmonatigen Verhandlungen hat die Caritas Trägergesellschaft West (ctw) in Düren seit Donnerstag neue Eigentümer, die sich laut ctw zu den Standorten aller Krankenhäuser und Pflegeheime bekennen.

Die gemeinnützige GmbH bleibt in katholischer Hand und geht auf die Josefsgesellschaft in Köln und den Diözesancaritasverband für das Bistum Aachen über, wobei auch das Bundeskartellamt noch zustimmen muss. Auf Nachfrage berichtete die ctw, dass die Josefsgesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung von 93 Prozent halte. Die Caritas Trägergesellschaft befand sich zuvor im Besitz der Carolus-Stiftung und der Gesellschaft für Anstaltskredit mbH. Der Vertrag wurde am Donnerstag geschlossen. Die ctw informierte am Freitag zunächst die Beschäftigten und dann die Öffentlichkeit.

Die Suche nach Partnern oder auch Käufern hatte im Kreis der Mitarbeiter, aber auch im Umfeld für Unruhe gesorgt. Vor allem um die beiden ctw-Standorte im Norden des Kreises Düren – die Krankenhäuser St. Elisabeth in Jülich und St. Josef in Linnich – gab es Diskussionen. Sie wurden in einer neuen GmbH (Nordkreiskliniken) zusammengefasst, und der Träger räumte „rote Zahlen“ über Jahre vor allem in Jülich ein.

Vor diesem Hintergrund wurde ein „Optimierungsprozess“ gestartet, der neben veränderten Dienstplänen, dem Austausch auf medizinischer Ebene und anderen Synergieeffekten zeitweise auch einen Vorschlag beinhaltete, Operationen künftig nur noch in Linnich vorzunehmen.

Ursächlich für diese Überlegungen waren hohe Investitionen, die noch in diesem Jahr in die Jülicher Operationssäle vorzunehmen sind, um den Auflagen des Kreisgesundheitsamtes zu entsprechen. „Die OP-Schließung in Jülich ist vom Tisch“, sagte ctw-Sprecher Kaya Erdem auf Anfrage der Redaktion. Unabhängig vom Verkaufsprozess sei eine Lösung gefunden worden, über die in Kürze detailliert informiert werde. Fakt ist also, dass auch in Jülich weiter operiert wird.

„Wir warten jetzt auf die Rückmeldung des Kartellamtes, dann geht’s in die Häuser“, sagte Erdem weiter, denn dann wollen sich die Vertreter der neuen Eigentümer vor Ort vorstellen. Die ctw betreibt fünf Krankenhäuser, zwei Pflegeeinrichtungen, ein ambulantes Reha-Zentrum und zwei Medizinische Versorgungszentren in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Größter Standort ist Düren-Birkesdorf, wo sich neben dem St. Marien-Hospital eine Kurzzeitpflegeeinrichtung und ein Seniorenzentrum befinden. Zusammen arbeiten dort laut ctw 1080 Frauen und Männer, in St. Augustinus Lendersdorf 680, in St. Josef Linnich 380, in St. Elisabeth Jülich 350 und in St. Joseph Prüm 340.

Durch den Gesellschafterwechsel ändert sich laut ctw mit Blick auf die Arbeitsverhältnisse nichts. „Die Vergütungssituation bleibt durch die Fortführung der tariflichen Strukturen und der Zusatzversorgung in der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse bestehen“, heißt es in der Mitteilung.

Der neue Mehrheitseigner Josefsgesellschaft ist ein katholisches gemeinnütziges Unternehmen mit 25 Tochtergesellschaften sowie mehr als 7000 Beschäftigten. Sie betreibt Krankenhäuser, Altenhilfeeinrichtungen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. „Wir wollen alle Krankenhäuser und Pflegeheime der ctw erhalten, weiterbetreiben und zukunftsgerecht aufstellen“, erklärte Dr. Theodor Michael Lucas, Sprecher der Geschäftsführung. Oberstes Gebot sei es, die Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung in den unmittelbaren Einzugsgebieten Köln, Aachen und der nördlichen Eifel auch künftig sicherzustellen.

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