Düren: Viel mehr als nur Tischtennis

Düren: Viel mehr als nur Tischtennis

Wolfgang Bauer sitzt im Keller und sortiert Fotos. Unmengen Fotos, die alle von einer bewegten, einer fröhlichen Geschichte erzählen.

Mit Festakt und allem, was dazu gehört. Und eben auch einer keinen Fotoschau.

Das TMH war das erste katholische Jugendhaus in Düren. Wolfgang Bauer: „Irgendwann war das Pfarrsälchen für die Jugendgruppen einfach viel zu klein. Und so ist unser Thomas-Morus-Haus entstanden.” Wolfgang Bauer kennt seine Einrichtung wie kaum ein anderer. Er ist im Grüngürtel aufgewachsen und hat schon in seiner Kindheit viele, viele Stunden hier verbracht.

„Der Film der Jugend war unsere absolutes Highlight”, erinnert sich der 54-Jährige, „zumal die meisten von uns ja zu Hause noch kein Fernsehen hatten.” Aus der vielen Gruppenarbeit, die es früher im Thomas-Morus-Haus gab, hat sich mittlerweile eine Tendenz hin zu mehr offener Jugendarbeit entwickelt.

„Wir haben kaum noch feste Gruppen”, so Bauer. „Aber die Kinder kommen einfach so.” Zum Toben, Spielen. Das TMH hat fünf Tage in der Woche geöffnet, nicht selten kommen 70 Kinder und Jugendliche. „Ohne meine 30 Ehrenamtler”, so Bauer, „wäre das nicht möglich. Es sind jeden Tag sieben Ehrenamtler hier.”

Ohne freiwillige Helferinnen und Helfer wäre vieles in der offenen Jugendarbeit in Düren nicht möglich. Denn im Jubiläumsjahr hat Wolfgang Bauer längst nicht Grund zum Feiern. In Zeiten knapper Kassen muss auch bei der offenen Jugendarbeit eingespart werden, insgesamt 110000 Euro in zwei Jahren. Es hat sich die Lenkungsgruppe „Kinder- und Jugendförderung” gebildet, die prüfen soll, wo es Einsparpotenzial gibt.

„Es ist eine tolle Leistung”, so Bauer, „dass die Stadt Düren uns seit so vielen Jahren unterstützt. Aber die Einsparungen sind natürlich bitter.” „Wir müssen wirklich ans Eingemacht gehen”, sagt Martina Schütz-Berg, Leiterin des Papst-Johannes Hauses. Die Unterstützung für die offene Jugendarbeit, so Schütz-Berg, seien freiwillige Leistungen, die jetzt eben auf den Prüfstand gestellt würden. „Eigentlich ist das eine Schande, dass es nur freiwillige Leistungen sind”, so Schütz-Berg.

Längst würde nämlich in den Jugendhäusern viel mehr geleistet, als nur Tischtennis gespielt. „Wir arbeiten doch auch präventiv”, so Schütz-Berg. „Unsere Arbeit hilft zum Beispiel, dass manche Jugendlichen eben nicht straffällig werden und dann den Staat noch viel mehr Geld kosten würden. Bewährungshilfe, Bewerbungshilfe, Schuldenhilfe, all das leisten wir hier auch. Viele Sparmöglichkeiten gibt es nicht.”

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