Eschweiler über Feld: Vettweißer Kneipe wird in Kommern neu erweckt

Eschweiler über Feld: Vettweißer Kneipe wird in Kommern neu erweckt

Als in der Gaststätte Watteler 2005 das letzte Bier ausgeschenkt wurde, hatte noch niemand damit gerechnet, dass die durch erhebliche Bergschäden nicht mehr zu sanierende Schänke jemals wieder in Betrieb genommen wird. Doch der Abrissbirne kam ein Anruf des LVR-Freilichtmuseums Kommern zuvor.

Die Bauhistoriker des Museums hatten Interesse an dem um 1900 gebauten und 1973/74 restaurierten Gebäude gefunden.

Von der Idee, das alte Wirtshaus samt Einrichtung und komplettem Toilettentrakt in die neue Museumsgruppe „Marktplatz Rheinland” zu integrieren, war auch die langjährige Betreiberin der Gaststätte Watteler, Gerti Vermaasen, direkt begeistert. „Als Kommern anrief, war das für mich wie ein Wink des Himmels. Herrlich, dass es bestehen bleibt. Etwas Schöneres kann es nicht geben”, so Vermaasen im WDR-Fernsehen.

Die Gaststätte Watteler wird das erste Haus auf dem „Marktplatz Rheinland”, einer Ausstellungsbaugruppe zum Dorfleben nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf die Besichtigung von Tankstelle, Tante-Emma-Laden, Druckerei, Bushaltestelle, Apotheke, Fertigbauhaus und anderen Gebäuden werden die Museumsbesucher allerdings noch warten müssen.

„Die voraussichtliche Bauzeit ist in Jahren so lang wie die Zahl der Gebäude hoch. In Zeiten dünner Finanzdecke muss man sich auch beim Landschaftsverband Rheinland nach derselben strecken. Zumal in Kommern auch an den alten Baugruppen gerade ordentlich restauriert wird”, heißt es vom Museum.

Insgesamt sind bis zu 15 Bauwerke der Zeit von 1945 bis 1980 für den „neuen” Marktplatz vorgesehen.

Um kulturhistorisch wertvolle Teile wie die typischen 70er Jahre-Fliesen der Sanitäranlagen nicht zu beschädigen, wurde die nostalgische Kneipe in zwei große Segmente zerlegt, die nun gut eingepackt, auf schweren Stahlträgern ruhend, darauf warten, am kommenden Montag per Kran auf einen Tieflader verladen zu werden. In der folgenden Nacht fahren Schwertransporter die bis zu 120 Tonnen schweren Bauteile nach Kommern, wo sie am Hang des „Museumsberges” am nächsten Tag noch einmal auf einen kleineren Tieflader umgeladen werden müssen.

Fünf Jahre nach der Schließung der Gaststätte Watteler sollen Zapfanlage und Theke schon bald wieder in Betrieb genommen werden. „Zum 50. Jahrestag der Museumseröffnung 1961 werden wir zusammen ein Bier in der stilecht wie in den 60er/70er Jahren eingerichteten Wirtschaft trinken”, versprach Museumsdirektor Dr. Josef Mangold bei der Jahrespressekonferenz des Freilichtmuseums.

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