Vettweißer Kulturtage vom 29. Juni bis zum 7. Juli

Vettweißer Kulturtage : Eine Gemeinde zeigt, was sie zu bieten hat

Nach 2003 und 2013 finden nun zum dritten Mal die Vettweißer Kulturtage statt. Vom 29. Juni bis zum 7. Juli gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen.

„Ich bin erstaunt und erfreut über ein solches Programm in neun Tagen. Das ist nicht zu übertreffen und zeigt, was die Gemeinde Vettweiß zu bieten hat.“ Käthe Rolfink, Vorsitzende des Kreis-Kulturausschusses, kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, als das Programm der dritten Vettweißer Kulturtage vorgestellt wurde. Nach 2003 und 2013 soll es vom 29. Juni bis zum 7. Juli eine Fortsetzung geben, bei der wieder zahlreiche gemeindeeigene sowie einige externe Aktive und Künstler ihr Können zeigen.

Dass allein im Organisationsteam 17 Personen vertreten waren, spiegelt das große Engagement bei Planung und Durchführung wider. Die Veranstalter der Kulturinitiative „Vett-Cult“ arbeiteten dafür eng mit Mitarbeitern der Verwaltung und Vertretern von Vereinen und Gruppen zusammen. Sie haben ein Programm erarbeitet, dass die Bereiche Kunst, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft umspannt und neben Musik, Schauspiel, Führungen, Diskussionen und Lesungen auch Feste bietet.

Große Unterschiede zu den vorangegangenen Kulturtagen gibt es dabei nicht. „Vieles war so begeisternd, dass wir es wiederholen“, begründete Bürgermeister Joachim Kunth (CDU). So findet beispielsweise zum dritten Mal eine Fahrradtour zu den vier jüdischen Friedhöfen der Gemeinde statt (30. Juni, 10 Uhr). Zum ersten Mal kommen auch Freunde klassischer Musik auf ihre Kosten: Am Freitag, 5. Juli, spielt das Kammerorchester „Berliner Camerata“ im Park der Burg Müddersheim (bei Regen in der Festhalle Gladbach). Zuvor treten der Musikverein Ginnick, das Tambourcorps „Neffeltal“ Diesternich und der Kirchenchor und Kinderchor Froitzheim auf.

Wie so häufig bei den Kulturtagen finden aber mehrere Veranstaltungen gleichzeitig statt. Ebenfalls am 5. Juli feiert das Konzert vom Verein „Vett(weiß) gegen Rechts“ in der Gaststätte „Bei Hämmer“ sein Zehnjähriges und sogar eine 100-Jahr-Feier steht beim VfR Vettweiß an, der zum Kommers ins Festzelt auf dem Sportplatz einlädt. Einen Tag später folgt laut Bürgermeister Kunth „die größte Veranstaltung im kleinsten Ort“ – der Antoniusmarkt in Ginnick mit einem Open-Air-Konzert von „Echte Fründe“.

Eine Veranstaltung, bei der gleich 150 junge Vettweißer mitwirken, ist ein besonderer Höhepunkt: Bei der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ treten Schüler der Regenbogenschule mit professionellen Opernsängern des Irmelin-Sloman-Musiktheaters im Hof der Burg Gladbach auf. Damit Noten, Text, Tanz und Abläufe am 30. Juni sitzen, üben die Schüler schon jetzt ein Chorstück ein, bevor es dann in einer Projektwoche unmittelbar vor dem Auftritt ans Eingemachte geht.

Dann üben sie täglich, wie sie sich singend und tanzend in Engel, Lebkuchenkinder, Hexenmeister, Irrlichter und Elfen verwandeln. Die Märchenoper in drei Bildern von Engelbert Humperdinck aufzuführen ist dabei nicht nur für die Schüler eine Premiere. Die Profis spielen selten mit so großen Gruppen wie bei den Kulturtagen und unter freiem Himmel haben sie „Hänsel und Gretel“ noch gar nicht aufgeführt. „Die Akustik im Burghof ist gut, aber die Lichtstimmungen fallen komplett weg“, erklärt Regisseurin und Ensemble-Gründerin Irmelin Sloman. Das mache einen gewaltigen Unterschied, schließlich könne man beim Auftritt der Hexe in einem dunklen Theater leichter für Angst sorgen, als draußen bei Sonnenschein.

Sloman freut sich sehr, mit ihrem Ensemble in Gladbach aufzutreten. Besonders schön findet sie es, dort aufzutreten, wo viele Zuschauer – große wie kleine – noch nie in der Oper waren. Dass die Kinder bei der Aufführung einen elementare Aufgaben übernehmen, werde oft unterschätzt. „Das sind ernstzunehmende künstlerische Beiträge, die Kindern oft nicht zugetraut werden. Aber die laufen zu Höchstleistungen auf, wenn sie gefordert werden“, sagt Irmelin Sloman. „Da wundert man sich, was mit Grundschülern möglich ist.“

(wel)