Gemeinde und Victor Rolff-Stiftung uneinig bei Brücke zur Burg Gladbach

Burg Gladbach : Marode Brücke könnte zum Streitfall werden

Zur Burg Gladbach führt die Hubertusstraße und die wiederum verläuft über eine kleine Brücke über den Neffelbach. Diese Brücke ist aber marode – und könnte bald ein Thema für die Justiz werden.

Die Gemeinde Vettweiß und die F. Victor Rolff-Stiftung, der die Burg gehört, sind nämlich unterschiedlicher Ansicht, was die Notwendigkeit und die Finanzierung eines Neubaus angeht.

Ihren Anfang nahm die Geschichte bereits vor mehr als zehn Jahren: Der schlechte bauliche Zustand der Brücke war bereits 2009 Thema. Seitdem sind die Gemeinde und die Stiftung in regelmäßigem Kontakt. Ein Ingenieurbüro stellte damals fest, dass eine Instandsetzung nicht wirtschaftlich ist, deshalb kommt laut der Gemeinde nur ein Neubau infrage. Geschätzte Kosten: 300.000 Euro. Diese Summe von der Allgemeinheit zahlen zu lassen, obwohl nur ein einziges Grundstück über die Brücke erreicht werden kann, sei nicht vertretbar, stellt Dezernent Peter Hüvelmann in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses klar.

Die Verwaltung versicherte sich daraufhin beim Städte- und Gemeindebund NRW. In dessen Stellungnahme heißt es, dass die Gemeinde nicht verpflichtet ist, das Brückenbauwerk für nur einen Anlieger aufrechtzuerhalten.

Eine Beteiligung an den Neubaukosten komme wiederum für die Stiftung nicht infrage, sagte die Verwaltung. Die Stiftung selbst möchte zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben, teilte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Florian Lauscher mit. Aus dem Rathaus heißt es aber, dass die Stiftung es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen wolle.

Unabhängig davon wird die Brücke nun jährlich überprüft. Seit 2012 ist sie nur noch für 16 statt 24 Tonnen zugelassen, zukünftig könnten weitere Absenkungen nötig sein. „Mit der Herabsetzung der Tonnage kann das noch eine Zeitlang funktionieren“, meint Peter Hüvelmann. Schlimmstenfalls werde die Brücke für Fahrzeuge gesperrt, aber als Überquerung für Fußgänger oder Radfahrer könne sie noch sehr lange dienen. Zum Problem wird das vor allem für den landwirtschaftlichen Betrieb auf der Burg. Es gibt zwar einen zweiten Zuweg, dabei handelt es sich aber nur um einen unbefestigten Wirtschaftsweg.

Die Mitglieder des Bauausschusses empfahlen dem Rat, der am Donnerstag, 28. März, ab 18 Uhr tagt, nun einstimmig, bei einer Verschlechterung des Zustandes die Brückenklasse abzustufen oder das Bauwerk zu sperren.

(wel)
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