Vettweiß: Keine Beteiligung am Sport-Test vom Kreissportbund

„Bewegte Kita/Bewegte Schule“ : Politiker gegen Sport-Test vom Kreissportbund

Als es in der Sitzung des Vettweißer Schulausschusses am Montagabend um das vom Kreissportbund (KSB) initiierte Projekt „Bewegte Kita/Bewegte Schule“ ging, herrschte große Einigkeit.

Fraktionsübergreifend lehnten die Ausschussmitglieder das Ansinnen des KSB vehement ab, die Kinder einem speziell entwickelten Sporttest zu unterziehen, um deren motorische Stärken und Schwächen zu analysieren und Empfehlungen für eine jeweils passende Sportart zu geben.

Alice Undorf, Leiterin der Regenbogenschule, sagte eingangs, dass die Inhalte des Tests bereits Teil des Lehrplanes seien und deshalb ein zusätzlicher Test nicht nötig wäre.

„Was der KSB anbietet, funktioniert in der Schule schon“, meint Undorf. Für den Offenen Ganztagsbereich pflichtete Thomas Kroth zu. Er ist Fachberater beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), dem Träger der OGS in Vettweiß, und sagte in der Sitzung: „Wir finden es fragwürdig, wenn viel Geld in etwas fließt, das es schon gibt. Wir als OGS distanzieren uns ganz klar.“ Für diesen Test wäre die Anschaffung von bestimmten Gerätemodulen notwendig, was im Fall der Gemeinde Vettweiß 15.000 Euro wären.

Ausschließlich Gegenstimmen

Die Politiker pflichteten Undorf und Kroth bei. Hans Rainer Wollseifen (CDU) ergänzte, der Schulstandort habe bereits genügend Bewegungsmöglichkeiten. Mit Blick auf die vom KSB ausgesprochenen Empfehlungen für Sportarten und die daraus vielleicht resultierende Vereinsmitgliedschaft in Vereinen, die Mitglied im KSB sind, sagte Johanna Weber (CDU): „Wir wollen uns nicht vor den Karren spannen lassen. Wir sind überzeugt, dass die Lehrer gute Arbeit leisten.“

Ergänzend warnte Jürgen Ruskowski (SPD) vor einem möglichen „Sporttourismus“. So ein teures Gerätemodul stehe schließlich nicht in jedem Ortsteil, weshalb die Kinder für deren Nutzung durch die Gegend gefahren werden müssten. „Das wäre hasenhirnig!“

Abschließend fand der Ausschussvorsitzende Klaus Thomas (parteilos) mildere Worte: Er halte die Idee, Rückmeldungen zum sportlichen Können der Kinder zu geben, grundsätzlich für gut, und unterstützt auch, einen Verknüpfungspunkt zwischen dem KSB und den Schulen zu schaffen, „aber das kann man auch anders. Der Weg ist nicht zu 100 Prozent durchdacht“.

Abschließend stimmten die Ausschussmitglieder dann einstimmig dafür, die Teilnahme an dem Programm des KSB nicht weiter zu verfolgen.

(wel)