Niederau: Verzögerung an der Renkerstraße

Niederau : Verzögerung an der Renkerstraße

Nach dem Kanaleinsturz unter der Renkerstraße am 4. Mai gibt es nun eine gute Nachricht für Bahnfahrer und eine schlechte für die Anwohner der Straße. Zuerst die gute: Nach vier Wochen ist die Sperrung der Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof Düren und dem Bahnhof Kreuzau aufgehoben.

Die Rurtalbahn fährt ab heute wieder planmäßig zwischen Düren und Heimbach. Die Rurtalbahn teilte mit, dass es nur noch zu kurzen Verzögerungen im Betriebsablauf kommen kann, da am Bahnübergang Renkerstraße noch eine technische Sicherung fehlt.

Und die schlechte Nachricht: Für die Anwohner der Renker-straße verlängert sich die Zeit der Einschränkungen um sechs Wochen. Für die anstehenden Arbeiten wird eine Spezialfirma benötigt, die nach Angaben des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) „konjunkturbedingt ausgebucht“ ist. Mindestens bis zu den Sommerferien wird die Renkerstraße also weiterhin gesperrt sein.

Problem ist die Heberleitung

Kern des Problems ist die nötige Heberleitung, die das aktuelle Provisorium bestehend aus zwei Pumpen ablösen soll. Zukünftig soll eine Leitung entlang der Renkerstraße in bis zu fünf Metern Höhe verlaufen und das Abwasser von der Gerhard-Fuß-Straße bis zum Ruruferradweg transportieren. Dort verläuft der Kanal unterirdisch in Richtung Düren weiter. Dieser Heber ermöglicht dann, dass der Kanal komplett außer Betrieb genommen und auf weitere Schäden untersucht werden kann.

Zunächst war geplant, dass in etwa einer Woche die Heberleitung installiert wird. Tatsächlich haben die Bauarbeiten am Bahndamm der Rurtalbahn jedoch gezeigt, dass einströmendes Grundwasser große Schwierigkeiten verursacht. Dass im gesamten Baufeld das Grundwasser so hoch steht, stellt besondere Anforderungen an die Schächte für die Heberleitung. Und eben dafür wird eine Spezialtiefbaufirma benötigt.

Neben der Heberleitung gibt es eine weitere Bedingung, die erfüllt sein muss, bevor die Straße einspurig mit einer Ampelschaltung geöffnet werden kann: Es muss geprüft werden, ob der Untergrund stabil genug für den zu erwartenden Schwerlastverkehr ist, oder ob die Straße wegen Kanalschäden nicht mehr so belastbar ist.

Während die Arbeiten sich nun um mindestens sechs Wochen verlängern, herrscht vor Ort — im wahrsten Sinne des Wortes — dicke Luft. Um die Geruchsbelastung, die der WVER „erheblich“ nennt, zu reduzieren, hat der Verband eine temporäre Abluftbehandlungsanlage installiert. Diese saugt die Abluft aus dem Kanal Renker-straße und der Zuleitung aus der Straße „Im Kleffert“ ab.

Aber nicht allein der Geruch belastet die Anwohner. Sie können weiterhin nicht mit dem Auto zu ihrem Grundstück gelangen. Daher hat der WVER gegenüber den Häusern auf einer Wiese eine Parkfläche für Anwohner ausgewiesen. Da die Fläche jedoch schon von Falschparkern benutzt wurde, sollen nun Hinweisschilder und Anwohnerparkausweise Abhilfe schaffen. Zusätzlich wird das Ordnungsamt verstärkt Kontrollen durchführen und notfalls abschleppen lassen.

(wel)
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