Verurteilt: Dürener Einbrecher muss lange ins Gefängnis

Lange Haftstrafe : Notorischer Einbrecher bekommt fünf Jahre und vier Monate

Ein Dürener bricht regelmäßig ein, um zu stehlen. Es war sein Job, sagt sein Anwalt. Eine lange Haftstrafe ist die Quittung. Freigesprochen hat ihn das Gericht dagegen vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Freundin.

Zu fünf Jahren und vier Monaten Haft ist am Donnerstag der 29-jährige Björn M. aus Düren verurteilt worden. Er war vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht wegen diverser Einbrüche und Diebstähle, wiederholter Körperverletzung und Computerbetrugs angeklagt.

Der Mann ist regelmäßig in Dürens Kindergärten, Schulen und Betriebe eingebrochen, sein Verhalten war regelrecht notorisch. Ihm waren zwölf Einbrüche zur Last gelegt worden: Björn M. hatte sich unter anderem Zutritt verschafft in ein Sportvereinsheim, in die Büros von Firmen und Geschäften sowie in eine Dürener Schule. Der 29-Jährige hatte Spinde aufgehebelt, Personalräume durchsucht und zahlreiches Diebesgut mitgenommen. In der Schule fand er Bargeld, einen Personalausweis und eine EC-Karte, die er mitgehen ließ.

Außerdem hatte er in einem Fleischhandel einen Getränkeautomaten aufgebrochen und das Bargeld mitgenommen. An anderen Stellen erbeutete er weitere EC- und Kreditkarten, mit denen er es schaffte, an den Folgetagen regelmäßig Geld an Bankautomaten abzuheben. Bei einer größeren Firma ging er in die Personalräume und hebelte zahlreiche Spinde auf, steckte ebenfalls EC-Karten, Bargeld und einen Goldring ein. Das alles gab Björn M. am Donnerstag vor Gericht zu.

„Dass dies gewerbsmäßige Diebstahltaten waren“, wie Richter Hans Günter Görgen in der Urteilsbegründung ausführte, „bestätigte selbst sein Anwalt.“ Denn Verteidiger Yücel Arslan hatte im Plädoyer formuliert, sein Mandant sei bei seinen Diebestouren „morgens arbeiten“ gegangen – also gewerbsmäßig unterwegs gewesen.

Staatsanwaltschaft fordert weniger

Angeklagt war M. auch, weil er sich gegenüber seiner Freundin in der Vergangenheit öfter gewalttätig gezeigt hatte, es war sogar von einer Vergewaltigung die Rede. Ein Fall schwerer Misshandlung vom Oktober 2017 spielte für das Urteil eine Rolle: Das Gericht war davon überzeugt, dass M. seine Freundin in den Tagen kurz vor seiner Festnahme am 17. Oktober grün und blau geschlagen und ihr einen Finger gebrochen hat.

„Die angeklagte Vergewaltigung“, betonte Richter Görgen dagegen, „war ihm angesichts dieser ambivalenten Beziehung allerdings nicht nachzuweisen.“ Auch dem Vorwurf der angeklagten Freiheitsberaubung seiner Freundin, die sich bei ihrer Zeugenaussage schwersten Angriffen der Verteidigung ausgesetzt sah, gab die Kammer nicht statt. M. hat jedoch nach Ansicht der Kammer noch eine zweite Frau schwer misshandelt, so dass er die hohe Freiheitsstrafe kassierte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine mildere Strafe von vier Jahren und zehn Monaten gefordert – die Kammer ging um ein halbes Jahr darüber.

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