Hürtgenwald: Veruntreuung im Rathaus: Bürgermeister stellt sich vor seine Mitarbeiter

Hürtgenwald : Veruntreuung im Rathaus: Bürgermeister stellt sich vor seine Mitarbeiter

Schon kurz nachdem Ende 2017 bekannt geworden ist, dass ein heute ehemaliger Beamter der Gemeinde eine große Summe Steuergelder veruntreut hat, bekräftigte Bürgermeister Axel Buch (CDU), dass es schwierig sei, „sich gegen eine solche kriminelle Energie zu einhundert Prozent zu schützen“.

Bei dieser Meinung bleibt Buch auch nach den Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo der vergangenen Monate. „Es ist nicht so, dass man sich keine Gedanken darüber macht, was vorgefallen ist“, betonte Buch am Donnerstag auf Anfrage, „aber objektiv gesehen kann ich niemandem in der Verwaltung einen Vorwurf machen, dass der Betrug nicht früher aufgefallen ist.“

In seiner Aussage sieht sich der Bürgermeister bestätigt, weil auch die Gemeindeprüfungsanstalt und die Wirtschaftsprüfung nach ihren Untersuchungen zum gleichen Schluss gekommen seien.

Dass Rechnungen der „Dorfgemeinschaft Gey“, die es in diesem Sinne im Betrugszeitraum nicht gegeben hat, als formal korrekt eingestuft und daher beglichen worden sind, scheint in einer kleinen Gemeinde wie Hürtgenwald absurd. Bürgermeister Buch erklärt die Sache jedoch damit, dass die letzte Person in der Prüfkette sich dessen nicht bewusst gewesen sei — weil sie die Strukturen in den einzelnen Orten nicht bis ins letzte Detail gekannt haben soll.

Aufgefallen sind die Machenschaften des ehemaligen Beamten bei einer Prüfung der Finanzströme Ende 2017. So sind die Mitarbeiter auf eine Rechnung gestoßen, die erstens nicht im Rathaus hätte liegen dürfen und dann zweifach — einmal an die Gemeinde, einmal an den Ex-Beamten — ausgestellt war.

Laut Buch berät die Verwaltung nach dem Sommer, wann und wie die Gemeinde die Bürger über Einzelheiten informiert. Dafür ist auch relevant, dass sowohl der Bürgermeister als auch sein Allgemeiner Vertreter Stefan Grießhaber als Zeugen im Verfahren auftreten werden. Vor dem Prozess liegt die Informationshoheit weiter bei der Staatsanwaltschaft.

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