Nideggen: Verlegung der Festspiele: „Fühlten uns nicht willkommen”

Nideggen: Verlegung der Festspiele: „Fühlten uns nicht willkommen”

Während in Nideggen nach wie vor über die Verlegung der Burgfestspiele spekuliert wird, bezieht Konzertveranstalter Günther Meyer eindeutig Position: „Das war keine politische Entscheidung. Das war eine Entscheidung aus Veranstaltersicht.” Und zwar aus mehreren Gründen.

Meyer: „Sie können mir abnehmen, dass wir nicht ohne Not sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltungsreihe einfach den Ort wechseln. Das würde kein Konzertveranstalter tun, schon gar nicht bei so einer eingespielten, schönen Kulisse.”

Wesentliches Argument für die Verlegung: Der inzwischen sanierte Brunnen im Burghof. Der würde laut Meyer auf einer Fläche von bis zu 250 Quadratmetern zu einer Sichtbeeinträchtigung führen. Das entspricht rund 500 Besuchern. Meyer: „Diese Besucher werden dann natürlich in andere Bereiche drängen. Und das ist ein Sicherheitsrisiko, das ich nicht bereit bin zu tragen. Das würden auch andere Veranstalter nicht tragen wollen.”

Zwar steht der Brunnen schon seit Oktober 2010 im Burghof, Meyer selbst hat den Brunnen allerdings erst bei den Besichtigungen zur Vorbereitung der diesjährigen Festspiele „entdeckt”. „Wir haben sogar geprüft, ob der Brunnen demontiert und nach den Festspielen wieder aufgebaut werden kann. Aber das wäre viel zu teuer. Wir haben dann als Konzertveranstalter die Kreiskulturinitiative auf dieses Problem hingewiesen.”

Meyer sieht aber auch im Verhalten der Gastronomen gewichtige Gründe für eine Absage. „Für die Durchführung dieser Veranstaltung ist es existenziell, dass man auf die Räumlichkeiten des Restaurants zurückgreifen kann.”

Genau dies sei aber durch den Burg-Gastronomen torpediert worden. „Wir müssen bis zu 50 Personen, vom Techniker bis zu den Künstlern, in der Burg unterbringen. Wir benötigen auch die Exklusivität dieser Räume. Wenn man dann hingeht, und zum Höhepunkt der Festspiele - dem Abschlusskonzert mit Feuerwerk - eine Hochzeitsgesellschaft einbucht, dann kommt das einem Sabotageakt gleich”, hat Meyer nur wenig Verständnis für den Gastronomen. Denn eigentlich, so Meyer, müsste der Gastronom ein „guter Gastgeber sein. Aber eben dieses Gefühl hatten wir nicht”.