Düren: Verfall des Friedhofs soll gestoppt werden

Düren: Verfall des Friedhofs soll gestoppt werden

Manche Verträge gelten für die Ewigkeit. Am 18. November 1904 war es, als die Stadt Düren und die Evangelische Gemeinde einen Vertrag besiegelt haben. Die Evangelische Gemeinde hatte damals den „Alten Friedhof der Reformierten und Lutheraner” an der Paradiesstraße der Stadt überlassen.

Die verpflichtete sich im Gegenzug „den Friedhof für ewige Zeiten als gärtnerische, öffentliche Anlage, unter Ausschluss jeder profanen Benutzung zu städtischen Zwecken, zu unterhalten”. Bis heute gilt diese Verpflichtung - in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger Ernst genommen. Das soll sich ändern. Weil Teile des Friedhofes zu verfallen drohen, will die Stadt jetzt Sponsoren suchen, um die Anlage wieder herzurichten.

In den letzten Jahren hatte sich der Dürener Service-Betrieb um die Grünpflege der Anlage gekümmert, das reicht aber nicht mehr aus. Begrenzungsmauern verfallen zunehmend, die noch vorhandenen Grabplatten sind inzwischen so verwittert, dass die Inschriften nicht mehr lesbar sind.

Bürgermeister Paul Larue: „Wir wollen versuchen, den alten Reformierten Friedhof wieder stärker ins städtische Bewusstsein zu rücken. Dabei sind wir aber auf Unterstützung angewiesen. Allein die Kosten für die Sicherung der Substanz der Gräber und des Denkmals schätzen wir auf 50.000 bis 60.000 Euro.” Helfen sollen Sponsoren und Unternehmen - und der Förderverein des Evangelischen Friedhofs Kölnstraße. Dem ist es gelungen, mit vielen Spenden Denkmale an der Kölnstraße wieder herzurichten.

Als Reformierter Friedhof wurde das Grundstück 1587 von Mechthild Porz gestiftet. Im Jahr 1627 wurde er erweitert und durfte von der Lutherischen Gemeinde mitgenutzt werden. Nachdem im Jahr 1825 der neue Evangelische Friedhof an der Kölnstraße gestiftet worden war, wurde der Reformierte Friedhof geschlossen. Bereits 1884 wurden fünf Grabplatten des Friedhofs in die Leichenhalle an der Kölnstraße eingemauert.

Mit der Zerstörung der Halle im 2. Weltkrieg sind diese Steine verloren gegangen. 1976 wurden dann acht Grabplatten in die Christuskirche überführt und neben der Orgel eingemauert; weitere vier Grabplatten folgten im Jahr 2003. Ob die Schriftzüge der in der Paradiesstraße noch vorhandenen Grabplatten rekonstruiert werden können, bleibt abzuwarten. „Das möchten wir aber gerne prüfen”, so Bürgermeister Larue.

Beigesetzt auf dem Friedhof der Reformierten war auch ein Vorgänger Larues - Dietrich von der Hütten, der ab 1581 Bürgermeister von Düren war und ab 1595 Ältester der reformierten Gemeinde.

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