Düren: Verfahren gegen Dürens Landrat Spelthahn eingestellt

Düren: Verfahren gegen Dürens Landrat Spelthahn eingestellt

Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hat am Freitag das Angebot von Gericht und Staatsanwaltschaft angenommen, den Prozess wegen Untreue gegen die Zahlung von 3500 Euro einzustellen. Wenn er den Betrag innerhalb von sechs Monaten bezahlt, ist das Verfahren endgültig beendet. Dieser Abschluss des Prozesses ist für Wolfgang Spelthahn eine pragmatische Lösung; es ist aber nicht der Abschluss, den er sich gewünscht hat.

Der Vorsitzende Richter, Stephan Ebeling, erklärte gestern Morgen nicht ganz überraschend, dass er und seine beiden Schöffen Kurt Dickmeis und Peter Pekat nicht davon ausgehen, dass der Hauptvorwurf noch zu beweisen sein wird. Letztendlich stehe auch nach der Vernehmung von 20 Zeugen Aussage gegen Aussage. Da zwar ein Landrat nicht besser behandelt werden dürfe als weniger prominente Angeklagte, aber andererseits auch nicht schlechter, biete das Gericht die Einstellung des Verfahrens an. Das ist zwar eine faire und übliche Lösung, die Spelthahns Kritiker aber ebenso wenig zufriedenstellen wird wie den Landrat selbst.

Schnelles Ende: Das Verfahren gegen Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn ist am Freitagmorgen vor dem Amtsgericht Düren eingestellt worden. Foto: Stephan Johnen

An Spelthahns Amtszeit als Dürener Landrat wird nun der Makel haften, dass die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe der Untreue letztlich zwar nicht bewiesen, aber auch nicht ausgeräumt werden konnten. Der mitangeklagte frühere Geschäftsführer der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (GWS), Michael Müller, blieb bis zum Ende bei seiner Darstellung, Spelthahn habe ihm ohne die Zustimmung des Aufsichtsrates per „gentlemen‘s agreement“ eine obligatorische Tantiemenzahlung von 25 000 Euro pro Jahr zugesichert. Spelthahn hatte dies bestritten. Aussage stand gegen Aussage.

Spelthahn erklärte, gehofft zu haben, dass das Gericht ihn am Ende freigesprochen hätte. Da aber dann die Staatsanwaltschaft möglicherweise Berufung eingelegt hätte, wäre das Verfahren noch Jahre weitergegangen. „Das wollte ich meiner Familie und mir ersparen.“

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