Verein "Lebens- und Trauerhilfe" begann das Projekt 2009

Verein „Lebens- und Trauerhilfe“ : Seit zehn Jahren für die Würde der Verstorbenen

Seit zehn Jahren gibt es auf dem neuen Friedhof in Düren-Ost die Möglichkeit, Verstorbene, die keine Angehörigen haben, würdevoll zu beizusetzen. 2009 begann der Verein „Lebens- und Trauerhilfe“ damit, auf einer freien Fläche des Gräberfeldes solche Menschen nicht nur zu beerdigen, sondern auch ihre Namen zu erhalten.

„Dies ist uns ein wichtiges Anliegen“, betont der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Anton Straeten. Als Erstes wurden deshalb damals drei Stelen installiert, auf denen die Namen der Toten stehen. Gleichzeitig wurde eine Skulptur geschaffen und aufgestellt, die das Himmelstor symbolisiert. Für diese erste Aktion brachte der Verein rund 10.000 Euro auf. Aktuell haben die Verantwortlichen für rund 5000 Euro drei neue Stelen erworben und aufgestellt. Jede einzelne von ihnen ist anders gestaltet.

Für jede einzelne Bestattung entstehen Kosten von etwa 2000 Euro, die zunächst das Ordnungsamt der Stadt trägt. Die Behörde hat die Pflicht zur Beisetzung, wenn keine Angehörigen existieren oder diese nicht innerhalb von sechs Wochen gefunden werden. Als solche sind Kinder, Eltern, volljährige Geschwister sowie volljährige Enkel verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. „Alleine diese Recherche ist sehr zeit- und arbeitsintensiv“, berichtet Dierk Schumacher, in dessen Amt eine Mitarbeiterin nur mit dieser Aufgabe beschäftigt ist. Immerhin wurden seit 2009 schon 350 Bestattungen durchgeführt. Seit kurzem ist mit dieser Aufgabe das Bestattungshaus Haas betreut, das sich auch an den Kosten der Pflege und Gestaltung des Gräberfeldes beteiligt.

Einmal im Monat findet eine solche Beisetzung statt, bei der alle in diesem Zeitraum Gestorbenen sehr würdevoll unter Beteiligung eines Geistlichen zu Grabe getragen werden. „Wir legen auch großen Wert darauf, Totgeburten und kurz nach der Geburt gestorbenen Frühgeburten ein ordentliches Begräbnis zu ermöglichen“, betont Pfarrer Straeten. Die rund 170 Mitglieder seines Vereins kümmern sich auch um die Hinterbliebenen und helfen diesen mit Beratung, in Einzeltrauerbegleitung und in Trauer-Hilfe-Gruppen.

„Den Bestattungstermin legt dann das Friedhofsamt fest“, berichtet dessen Leiter Jochen de Riese. Danach informiert der Verein Angehörige, Freunde, Bekannte und Nachbarn der Gestorbenen, soweit sie bekannt sind. Haben die Toten zuletzt in Heimen gelebt, werden auch die verständigt, so dass bei den Bestattungen zumeist doch einige Trauergäste dabei sind.

(kel)
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