Düren: Uralt-Gebäude wird zum Solitär

Düren: Uralt-Gebäude wird zum Solitär

Neun namhafte Architekturbüros aus Aachen, Köln und Düsseldorf haben sich wochenlang mit zwei uralten Gebäuden der Firma Heimbach in Mariaweiler befasst. Was ihnen zum denkmalgeschützten, allerersten Gebäude des Unternehmens eingefallen ist, ist spannend und kann ab sofort bei Heimbach bewundert werden.

Die Firmenleitung scheint einen Sinn für Tradition zu haben. Seit Jahren stehe die Keimzelle der Firma leer, „sie verrottet”, erklärte Geschäftsführer Peter Michels am Freitag bei der Präsentation. Und: „Das können wir nicht länger hinnehmen.”

So wurde Professor Horst Fischer von der Fachhochschule Aachen beauftragt, einen Wettbewerb unter von ihm ausgesuchten Architekten auszuschreiben. Die mussten sich an die Bestimmungen des Denkmalschutzes halten und aus den alten Bauten ein Zentrum für Forschung und Entwicklung gestalten.

Auch Besucher sollen sich dort treffen können. Das Preisgericht hat getagt, am Freitag wurden die Sieger vorgestellt: Vier Architekten, je ein Vertreter der Stadt Düren, der Firma Heimbach und des Landeskonservators haben sich dafür entschieden, den ersten Preis - und damit 10.000 Euro - an Markus Sporer und Cornelius Wens vom Büro „Benthem Crouwel ” zu vergeben. Das Büro ist seit vier Jahren in Aachen ansässig und hat sich vor allem mit Bauten in den Niederlanden einen Namen gemacht.

Sporer und Wens fassen den Gebäudekomplex an der westlichen Straßenseite „zu einem Solitär” zusammen, wie am Freitag erklärt wurde. Sie verbinden Tradition und Innovation, indem sie den Komplex erweitern und ihm ein elegant geschwungenes Dach verpassen. So entsteht als Eingang eine große Halle, von der aus alle Gebäudeteile erschlossen werden.

Der zweite Preis ging an das Kölner Büro „trint + kreuder”. Es wird mit 8000 Euro bedacht und gefiel der Jury wegen seines skulpturalen Ansatzes. Das Büro hat den Eingang für das Gebäude nach hinten, von der vielbefahrenen Straße weg, zum Bach verlegt. Der dritte Preisträger „kadawittfeldarchitektur” konnte mit 6000 Euro nach Hause gehen, außerdem wurden noch zwei Anerkennungen (4000 und 2000 Euro) ausgesprochen.

Mitten in der Finanzkrise, „die auch bei uns zu spüren ist”, so Michels, werde man wohl nicht in die Detailplanung und Realisierung des Siegerentwurfs gehen. Doch wenn die Wirtschaftskrise überwunden ist hat das Unternehmen vor, die Realisierung des Bauvorhabens in Angriff zu nehmen. Zu sehen bis 17. April werktags zwischen 9 und 16 Uhr nach Anmeldung beim Pförtner, Gut Nazareth 73.