Düren: „Unvergessliche Erlebnisse für die Spieler“ der SWD Powervolleys

Düren : „Unvergessliche Erlebnisse für die Spieler“ der SWD Powervolleys

Der Aufwand war groß: Um auf europäischer Ebene im CEV-Pokal starten zu können, mussten die Verantwortlichen der SWD Powervolleys zusätzliche Sponsorengelder finden, Reisen planen und enorm viele Auflagen des europäischen Verbandes erfüllen.

Im Achtelfinale ist die Truppe von Trainer Stefan Falter aus dem Turnier ausgeschieden. Bei den beiden Heimspielen gegen Groningen (Niederlande) und Ankara (Türkei) waren rund 1400 beziehungsweise 800 Fans in der Arena — da ist die Resonanz bei vielen Heimspielen deutlich größer. Hat sich dieser Aufwand also überhaupt gelohnt?

Trainer Stefan Falter beantwortet diese Frage mit einem ganz klaren Ja. „Für die Sportler“, sagt der 52-Jährige, „sind die Spiele im CEV-Pokal ganz besondere, sehr emotionale Momente, die sie erleben. Und absolut keine Belastung.“

Liveübertragung im Fernsehen

In den Niederlanden, erzählt Falter, sei das Spiel gegen Groningen live im Fernsehen übertragen worden. „Alle Trainer waren verkabelt. Es gab vor und nach dem Spiel Fernsehinterviews. Das erlebt man nicht immer.“ Auf Reisen, wie der nach Ankara, würde ein Team noch mehr zusammenwachsen. „Alle tragen die gleiche Kleidung, wir waren immer und sofort als Team zu erkennen. Das ist noch einmal ein völlig neues Symbol von Einheit. Und das festigt eine Mannschaft natürlich.“

Der Mannschaftsbus sei in der türkischen Hauptstadt immer von einer Polizeieskorte begleitet worden. „Das sind Erlebnisse, die die Spieler niemals vergessen werden.“ Falter findet es auch wichtig, dass der Verein die großen Anstrengungen unternimmt, damit die Mannschaft im Europapokal starten kann. „Es geht ja auch um das Signal, das man als Klub aussendet“, sagt er. „Versucht man alles, um im CEV-Pokal zu starten, zeigt man, dass man international mitspielen möchte, ist sehr zielstrebig. Das kann zum Beispiel dann wichtig sein, wenn man auf der Suche nach neuen Spielern einer gewissen Güte ist.“

Auch Gesellschafter Erich Peterhoff ist überzeugt, dass sich ein Einsatz im CEV-Pokal für die Spieler auf jeden Fall auszahlt. „Wenn die Mannschaft länger und häufiger unter Wettkampfbedingungen spielt, bringt das sicherlich auch Vorteile für die Bundesliga. Und unseren Sponsoren können wir durch den Europapokal in einer nicht sehr langen Saison zwei zusätzliche Heimspiele anbieten. Das ist auch wichtig.“

Gleichwohl, betont Peterhoff, sei die Teilnahme am Europapokal nur dank zusätzlicher Sponsorengelder möglich. Peterhoff: „Ich weiß, dass es gerade für ausländische Spieler, die den Verein wechseln wollen, durchaus ein wichtiges Argument ist, wenn der neue Klub auch international unterwegs ist. Allerdings kommunizieren wir immer offen, dass das bei uns nur dann möglich ist, wenn wir für den europäischen Wettbewerb zusätzliche Geldgeber finden.“

2019 schuldenfrei

Noch immer zahlt der Verein nämlich Schulden ab, die aus der Champions-League-Teilnahme vor zehn Jahren stammen. Damals musste der Klub neben den hohen Reisekosten auch noch viel Geld für Fernsehübertragungen zahlen. Peterhoff: „Wenn alles nach Plan läuft, ist der Verein in rund anderthalb Jahren schuldenfrei. Die Teilnahme im diesjährigen CEV-Pokal beenden wir ohne Verluste.“

Für Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich stellt sich die Frage, ob die Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb lohnend war, überhaupt nicht. „Wir haben es unter die besten 16 Mannschaften in Europa geschafft. Das ist für mich eher ein Meilenstein der Vereinsgeschichte als eine Enttäuschung.“ Für viele junge Spieler sei es wichtig, sich international zu präsentieren. „Ich denke, dass wir auch in der Liga von dem Einsatz im CEV-Pokal profitieren. „Das Niveau ist hoch, bei solchen Spielen kann man sich durchaus die vielzitierte internationale Härte erarbeiten.“

Zachrich bedauert sehr, dass beim Spiel gegen Ankara nur relativ wenige Zuschauer in der Arena waren. „Sicherlich, es war ein Mittwochspiel kurz vor Karneval. Andererseits haben Weltklasse-Sportler auf dem Platz gestanden. Da hätte ich mir schon mehr Publikum gewünscht.“

Mehr von Aachener Nachrichten