Unternehmer Heinrich August Schoeller erhält Ehrenring der Stadt Düren

Die Papierbranche geprägt : Heinrich August Schoeller erhält Ehrenring der Stadt

Über Heinrich August Schoeller kann Dürens Bürgermeister Paul Larue viele Anekdoten erzählen. Aber schon die aktuellste sagt viel über den Unternehmer aus, der am Dienstag von der Stadt Düren mit dem Ehrenring gewürdigt wurde.

Als Schoeller zuletzt zu seinem 95. Geburtstag eingeladen hatte, fand die Feier bei seinem Unternehmen Schoellershammer in einer Halle zwischen Papierrollen statt, berichtete Larue. „Kaum jemand hat wie Sie diese Branche so geprägt und gesteuert“, sagte Larue bei der feierlichen Veranstaltung im Rathaus und würdigte damit die Verdienste des Mannes, der sich weit über die Geschicke seines Betriebes hinaus in und für die Stadt Düren engagiert hat. „Sie stehen in der Tradition großer Unternehmerfamilien in Düren. Das Papiermuseum hätte es ohne Heinrich August Schoeller nicht gegeben“, betonte Larue in seiner Laudatio auf den Preisträger.

Hans-Helmut Schmidt, Vorsitzender der Vereinigten Industrie Verbände (VIV), bezeichnete Schoeller in seinem Grußwort als „Gallionsfigur“ und verwies insbesondere auf den Umstand, dass der Unternehmer mit 90 Jahren noch entschieden hatte, eine dreistellige Millionensumme in eine neue Papiermaschine zu investieren. „Was treibt einen im hohen Alter zu so einer hohen Investition?“, fragte Schmidt. „Seine Antwort war: Es muss doch weitergehen. Für die Mitarbeiter und für den Standort.“

Als „diszipliniert, beharrlich, bescheiden – immer der Zukunft zugewandt“ beschrieb in seinem Grußwort auch Kanzan-Geschäftsführer Matthias Simon den Unternehmer Schoeller, der stets „langfristig und nachhaltig, an Menschen und Gemeinwesen orientiert“ gehandelt habe.

Auch Dr. Stephan Kufferath-Kassner, der das Amt des VIV-Vorsitzenden von Schoeller übernommen hatte, würdigte das Engagement des Mannes, „der weit über die Interessen der Industrie hinaus für die Stadt Düren gewirkt“ habe. Er bezeichnete Schoeller als „Fürsorgeunternehmer“, von dem er selbst sehr viel gelernt habe. Schoeller selbst, der sich nach seiner Ehrung ins Goldene Buch der Stadt eintragen durfte, gab das Lob zu seiner Person zurück: „Der Geist dieser Stadt ist industriefreundlich. Dafür möchte ich mich bei der Stadt bedanken.“

Schon zuvor hatte er sichtlich gerührt festgestellt, dass er „ein bisschen stolz“ sei, wenn „es nicht ganz unerfolgreich gewesen ist, was ich in meinem Leben bewirkt habe“. Vielleicht auch deshalb, weil er schon früh gelernt habe, dass es nicht ausreiche, Papier herzustellen und zu verkaufen. „Ein privates Unternehmen kann man nur dann führen, wenn es auch von den Mitarbeitern getragen wird. Das habe ich direkt nach dem Krieg beim Wiederaufbau unseres Unternehmens gelernt.“

Eine Erfahrung, die Schoeller über die Jahrzehnte bewahrt hat. So wie es ihm auch bei dieser Veranstaltung zur Ehrung seiner Person wichtig war, die Werbetrommel für das neue Papiermuseum zu rühren: Es erfüllt mich mit großem Dank, wenn ich den modernen Bau ansehe.“ Den müsse man bitteschön dauerhaft mit Leben erfüllen. Und Heinrich August Schoeller sagt es ausnahmsweise so, dass man seinen Wunsch auch als Auftrag verstehen kann.

(bugi)
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