Düren: Ungewöhnlicher Workshop mit afrikanischen und europäischen Musikern

Düren : Ungewöhnlicher Workshop mit afrikanischen und europäischen Musikern

Zu einem integrativen Workshop der ganz besonderen Art hatte Renold Quade beim Musikschulfest in Düren eingeladen. Einen ganzen Vormittag lang erarbeiteten Dürener Musiker mit Musikern des Fanfarenorchesters der Kimbanguistischen Kirchengemeinde NRW aus Wuppertal zwei europäische und zwei afrikanische Musikstücke.

Die Kimbanguistenkirche ist eine afrikanische, unabhängige, christliche Kirche, die im Kongo gegründet wurde. „Eine tolle Erfahrung, das gemeinsame Musizieren miterleben zu können“, unterstreicht Jonas Weber, Trompeter im Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren. Im ersten Schritt wurden die Musiker der beiden Gruppen „durchmischt“, so dass sie zu einem großen Orchester wurden.

Dann wurde von Renold Quade ein „Cantabile“ in europäischer Klanglichkeit vorgestellt und eingeübt. Es folgte ein afrikanisches Stück „Nzami Ame“, eine Dankeshymne, dirigiert von Ben Kikaya. Aus der europäischen Musikwelt schloss sich wiederum eine witzige Intrada aus einer Konzert-Suite an, und den Abschluss bildete ein frei, ohne Noten vorgetragenes Stück mit dem Titel „Kimya-Frieden“.

Die afrikanischstämmigen Musiker spielten es vor, die Dürener immer mehr nach und mit. Das Treffen klang mit einem kleinen Konzert draußen vor der Musikschule aus, bei dem die im Workshop erarbeiteten Stücke gespielt wurden. Frauen der afrikanischen Gemeinde luden zum Tanz ein.

Verschiedene Welten

Was war das Besondere an diesem Zusammenspiel? „Es prallen durchaus Welten aufeinander. Es sind verschiedene Mentalitäten“, erklärt Quade. „Europäer sind Melodie- und Harmonie-Ästheten. Afrikanische Musik ist rhythmusorientierter und energetischer. Sie transportiert eine ganz andere Energie.“ Ersten Kontakt mit dem afrikanischen Fanfarenorchester hatte Quade im Rahmen des Projektes „Brückenklang“, initiiert vom Kultusministerium und dem Landesmusikrat NRW, das 2016 in einem Projekttag in Köln gipfelte, dessen verbindende musikalische Klammer das Landesblasorchester NRW unter der Leitung von Renold Quade war. Der Workshop in Düren knüpft an die damals gemachten Erfahrungen an und will Pilotveranstaltung für ähnliche Treffen sein. Erstes Ziel dabei: Sich füreinander zu interessieren.

Während des Musikschulfestes konnten die Dürener und die afrikanischen Musiker frei und ungezwungen miteinander umgehen und aufeinander zugehen. Für Quade war die Begegnung ein gelungener Auftakt für weitere Schritte in diese Richtung. „Man hört zu und versteht nach und nach gegenseitig, wie der andere tickt. Aus dem Miteinander kommt man zueinander“, fasst er zusammen, wie er diesen Workshop erlebt hat. Es funktioniert, Eigenes zu präsentieren und zu pflegen, aber auch einen gemeinsamen Ausdruck und eine gemeinsame Musik zu finden, wenn man ein bisschen aufeinander zugeht.

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