Düren: Ungewöhnliche Kunstaktion: Einlasskontrolle im Papiermuseum

Düren: Ungewöhnliche Kunstaktion: Einlasskontrolle im Papiermuseum

„An Sicherheit bin ich sehr interessiert. Da zeige ich Ihnen meine Tasche gerne.” Im Papiermuseum in Düren steht der erste Museumsdialog im Jahr 2012 auf dem Programm. Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann möchte sich mit Sergej Vutuc, der noch bis Mitte Februar im Leopold-Hoesch-Museum ausstellt, über seine Kunst unterhalten.

Parallel dazu findet vor dem Papiermuseum aber noch eine weitere Kunstaktion statt. Aktionskunst sozusagen.

Patricia Yasemine Graf, Barbara Brouwers, Jürgen Reichert, Julia Magr, Clara Scharping und Fabian Seibert tragen Kleider, die ganz stark an Uniformen erinnern, „DMA Security” steht auf den Jacken. Alle, die an diesem Abend ins Papiermuseum wollen, müssen ihre Taschen öffnen und wegen der neuen Brandschutzvorschriften, die es in Wahrheit natürlich gar nicht gibt, werden Feuerzeuge, Streichhölzer und leicht entzündliche Gegenstände eingesammelt.

Anlass für die Kunstaktion, die außer in Düren noch in anderer Form im Ludwig Forum Aachen, im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) Monschau und in der Reichabtei Kornelimünster stattgefunden hat, ist eine Ausstellung in Aachen, die an die berühmte Fluxus-Bewegung der späten 60er Jahre erinnern will. Fluxus war in gewisser Weise ein Angriff auf das elementare Kunstwerk, was zählte, war nur noch die schöpferische Idee.

Einer der berühmtesten Fluxus-Vertreter in Deutschland war Joseph Beuys. „Wir wollen mit unserer Aktion”, sagt Patricia Yasemine Graf, „eigentlich zwei Dinge erreichen. Zum einen bekommen die Leute von uns, wenn wir die Situation mit den Eingangskontrollen wieder auflösen, Flyer der vier Kulturstätten, die wir vertreten. Und wir hoffen, dass wir so das Bewusstsein der Menschen für diese stärker schärfen, als wenn wir ihnen einfach einen Flyer in die Hand drücken.”

Darüber hinaus wollen die Mitglieder der Designmetropole den Menschen auch ihr Verhalten in Sachen Überwachung vor Augen führen. „Sicherheit ist ein Argument”, sagt Patricia Yasemine Graf, „das bei den allermeisten Menschen zieht.” Kaum einer hätte sich der Kontrolle entzogen, nur ganz wenige nachgefragt. Für Janine Bruno vom Leopold-Hoesch-Museum war diese Aktion auch Kunst. „Aktionskunst gehört heute zum Standard der Kunst. Und solche Aktionen sind durchaus als Kunst zu verstehen.”

Die Designmetropole Aachen versteht sich als Netzwerk verschiedener Grafiker, Künstler und Aktionskünstler.

Den Auftrag zu den Aktionen in Düren, Monschau und Kornelimünster hatte das Ludwig Forum Aachen im Rahmen der Ausstellung „Nie wieder störungsfrei” gegeben. Damit soll auf verschiedene Kultureinrichtungen in der Region aufmerksam gemacht werden.

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