Glosse zum Thema Schlankheitsspray: Unfair, aber ziemlich verführerisch

Glosse zum Thema Schlankheitsspray : Unfair, aber ziemlich verführerisch

Okay, ich gebe es zu: Ich sprühe auch. Unter dem Vorwand, das Produkt, das Gegenstand eines meiner Artikel ist, unbedingt vorher auszuprobieren zu müssen, greife ich seit ein paar Tagen morgens und abends zur Flasche und bearbeite Bauch, Beine, Po und Arme genauestens nach Packungsbeilage.

Ja, und insgeheim hoffe ich tatsächlich, dass die leicht rote, nicht wirklich gut riechende Flüssigkeit genau so funktioniert, wie Rudolf Weyergans das behauptet. Es stimmt, die Haut wird nach dem Aufsprühen heiß, es gibt rote Flecken – und sonst passiert: nichts, absolut gar nichts. Jedenfalls bei mir bisher.

Weil mein Mann, von Beruf Arzt, sich seitdem jeden Morgen über mich lustig macht, sprühe ich abends mittlerweile nur noch heimlich, aber das sei nur am Rande erwähnt. Und im tiefsten Innern kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass ein Schlankheitsspray funktionieren kann. Es wäre einfach zu schön. Aber es wäre natürlich auch total unfair. Schlank zu werden mit knapp 34-mal Sprayen am Tag, ist so ähnlich, wie eine Prüfung mit „Sehr gut“ bestehen, ohne auch nur eine Sekunde dafür gelernt zu haben. Oder ein Konzert zu geben, ohne wirklich lange geübt zu haben. Das funktioniert nicht– oder vielleicht doch?!?

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