Düren: Umzug des Archivs „nicht ausgegoren”

Düren: Umzug des Archivs „nicht ausgegoren”

Die Vorsitzende des Dürener Kulturausschusses, Verena Schloemer, hält den Umzug des Stadtarchives in die Stadtbücherei „für nicht ausgegoren”.

Der Spareffekt sei nicht hoch genug, diese Maßnahme zu rechtfertigen, sagte sie den „DN”. Mehr als gut 23.000 Euro brächte der Umzug nicht an Personalkosten ein, meint Schloemer. Dagegen stünden Investitionen in sechsstelliger Höhe, damit das Archiv in der Bücherei untergebracht werden kann.

Die Maßnahme geht noch auf den so genannten Rödl-Prozess zurück. Die bayerische Unternehmensberatung hatte vor zwei Jahren den Umzug empfohlen, auch um Platz im Rathaus zu schaffen. Die Investitionskosten bezifferte das Büro auf 150.000 Euro.

Dort, wo jetzt noch das Archiv beheimatet ist, soll eine Art zweites Bürgerbüro entstehen, in dem Dürener bestimmte Dienstleistungen zentral erhalten können. Die Stadt verspricht sich langfristig Kosteneinsparungen durch effizientere Arbeitsstrukturen.

In den Komplex integriert wird auch ein Kulturbüro, in dem es unter anderem Eintrittskaten geben wird. Die Vorsitzende des Kulturausschusses beklagte zudem, dass in der Stadtbücherei rund 15.000 Medien, vorrangig Fachliteratur, aus dem Angebot auf der 3. Etage entfernt werden müssten, um Platz für das Archiv zu schaffen. Die Medien sollen verkauft werden.

Ein Teil der speziellen Archivschränke wird im Keller untergebracht. Auch das hält Verena Schloemer „für wenig glücklich”. Die Grünen lehnen den für den Frühsommer geplanten Umzug ab, „weil er zu viele Nachteile bringt”.

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