Düren: Überhöhte Bleiwerte in den Spielplatzböden

Düren : Überhöhte Bleiwerte in den Spielplatzböden

Damit der auf dem Spielplatz frisch „gebackene“ Sandkuchen nicht zum medizinischen Risiko wird, hat das Umweltamt des Kreises auf sieben Spielplätzen im Dürener Stadtgebiet Bodenproben genommen. An fünf der Orte sind die Bleiwerte erhöht. Zu diesem Schluss kommen die Verantwortlichen in ihrem Bodenschutzbericht.

Grund zur Sorge sei das nicht, teilte Ralf Kreischer vom Umweltamt mit. Um das Risiko noch genauer einschätzen zu können, sind weitere Untersuchungen und notfalls Maßnahmen nötig.

Aufgefallen waren die überhöhten Werte, da der Kreis sukzessive alle erfassten Altstandorte (ehemals industriell oder gewerblich genutzte Flächen) und Altablagerungen (Grundstücke, auf denen Abfälle gelagert wurden) überprüft. Priorität haben hier Flächen, auf denen Menschen direkt in Kontakt mit dem Boden kommen. Deshalb hatten erste Untersuchungen vor zwei bis drei Jahren bereits auf den Geländen von Kitas stattgefunden.

Nun sind die Bolz- und Kinderspielplätze dran. Davon sind im Kreisgebiet 412 verzeichnet, wobei diese Zahl laut Kreis Mehrfachnennungen und Falschverortungen enthält. Die 412 Plätze wurden abgeglichen mit den Altstandorten und Altablagerungen: 2642 Stück. Dabei wurden 21 Spielplätze ermittelt, die auf oder in unmittelbarer Nähe liegen. Als Stichprobe wurden davon zunächst sieben ausgewählt.

Das Ergebnis: Auf fünf von sieben Plätzen wurden Prüfwertüberschreitungen gemessen. Beispiel Antwerpener Straße: Die Bleikonzentration liegt bei 1360 mg/kg. Der für Blei geltende Prüfwert von 200 mg/kg wird damit um knapp das Siebenfache überschritten.

„Da es Belastungen gibt, werden wir die anderen 14 Spielplätze auch noch untersuchen“, kündigte Ralf Kreischer an. Was die fünf bereits nachgewiesenen Bleibelastungen auf den Plätzen angeht, liegt der Ball nun im Feld der Besitzer — die Stadt Düren und der Dürener Bauverein wurden über die Ergebnisse informiert.

Eigentümer sind am Zug

„Dort muss jetzt genauer hingeschaut werden“, sagt Kreischer. Damit meint der Leiter des Umweltamtes, dass detailliert kartiert werden muss, wo genau sich die Kinder aufhalten. Zusammen mit Berechnungen, wie viel Boden Kinder tatsächlich aufnehmen, lässt sich dann das Risiko berechnen. Kreischer: „Toxikologen oder das Gesundheitsamt werden dann anhand wissenschaftlicher Grenzwerte berechnen, ob der Boden bedenklich ist.“

Der Besitzer des jeweiligen Grundstücks habe dann die Kosten zu tragen und sei auch für denkbare Maßnahmen zuständig. Eine solche wäre, die Erde auszutauschen. „Man könnte einen halben Meter ausbaggern und durch frischen Mutterboden ersetzen. Und im Notfall betonieren, falls die Belastung zu groß ist“, meint Kreischer.

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