Podiumsdiskussion „Raus aus dem Plastikwahn“: Über Plastikmüll-Sünden und Wege, diese zu vermeiden

Podiumsdiskussion „Raus aus dem Plastikwahn“ : Über Plastikmüll-Sünden und Wege, diese zu vermeiden

„Raus aus dem Plastikwahn“ war das Thema einer Podiumsdiskussion, zu der das Forum Politik, eine Kooperation der BUND-Kreisgruppe Düren, der Evangelischen Gemeinde zu Düren, der Pfarre St. Lukas Düren, des Katholikenrats Düren und des DGB Düren in die Aula des Rurtal-Gymnasiums eingeladen hatte.

Der Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe, Walter Jordans, blickte in seiner Einleitung auf frühere Bemühungen zurück und erinnerte daran, dass sogar einige Fortschritte in der Müllvermeidung heute durch rücksichtslose Lebens- und Produktionsweise sowie die ungeheure Ressourcen-Verschwendung durch Plastik-Einweg-Produkte wieder zunichte gemacht wurden.

Michael Schoch von der Landesgruppe des NABU wies in seinem Referat auf die ökologischen Folgen hin, erläuterte die Maßnahmen der Politik und die Forderungen der Umweltverbände. Er unterlegte seine Ausführungen mit eindrucksvollen Zahlen. So existieren derzeit 142 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer und jedes Jahr kommen zehn Millionen Tonnen dazu. 80 Prozent davon sind landbasiert, kommen also über Flüsse und Bäche in die Meere.

Wie lange diese Abfälle im Wasser verbleiben zeigt das Beispiel eines Fischernetzes aus Nylon, das erst nach 600 Jahren völlig zersetzt wäre. Plastikflaschen bleiben 250 Jahre erhalten und Plastiktüten auch noch rund 20 Jahre. Zudem setzen sich auf den Plastikteilen zum Teil gefährliche Organismen fest, die so rund um die Welt transportiert werden.

Schoch zählte einige Aktionen auf, wie zum Beispiel Müllsammlungen, die aber nur kleine positive Wirkungen auf die Umwelt haben. Grundsätzlich forderte er Müll-Vermeidung statt Verbrennung, Mehrweg statt Einweg sowie die vollständige Produkthaftung der Produzenten.

Wie man schon beim Einkauf Plastikmüll vermeiden kann, zeigte Malina Georg von „Aachen Unverpackt“. Zu ihren radikalen Alternativen gehört es, neutrales Verpackungsmaterial mit in die Geschäfte zu nehmen und die eingekauften Waren an Ort und Stelle umzupacken. Den zurückgelassenen Müll müssen die Verkäufer dann selbst entsorgen.

Schließlich berichtete Nicole Jäger, Abfallberaterin beim Dürener Servicebetrieb über die Maßnahmen ihres Unternehmens in Düren und gab Tipps für abfallarmen Konsum. Sie zeigte auf, was in welche Tonne gehört, um möglichst sinnvoll und effektiv Rohstoffe recyclen zu können.

In der Diskussion ging es unter anderem darum, wie man Abfallsünder zu verantwortungsbewussterem Verhalten bringen könne. So berichtete eine Zuhörerin von großen Mengen Sperrmüll, die am Rurufer abgeladen wurden, während es viel einfacher gewesen sei, sie an der Sammelstelle des Servicebetriebes abzugeben. Auch wurde beklagt, dass es als Mittel gegen Einweggeschirr und – besteck kaum noch Spülmobile gebe.

(kel)
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