Düren: Über die Rolle der Frauen in der Kirche

Düren: Über die Rolle der Frauen in der Kirche

Wenn 25 Institutionen seit 27 Jahren für ein Ziel kämpfen, dann spricht das für Kontinuität. Es spricht aber in diesem Fall auch dafür, dass das Ziel der gemeinsamen Anstrengungen noch nicht erreicht ist: die vorbehaltlose Gleichstellung von Frau und Mann. Zum Internationalen Frauentag am 8. März wird Majella Lenzen im Hoesch-Museum aus ihrem neuen Buch lesen.

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März werden das Dürener Frauenforum und das Frauenbüro der Stadt Düren diesmal ein besonderes Thema in den Mittelpunkt rücken: die Rolle der Frauen in der Kirche.

„Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass es viele Bereiche gibt, wo Frauen nicht die gleichen Chancen haben, benachteiligt und diskriminiert werden“, erklärt die Frauenbeauftragte der Stadt Düren, Gilla Knorr. Dagegen geht sie zusammen mit dem Dürener Frauenforum, dem kirchliche Einrichtungen genauso angehören wie Unterorganisationen von Parteien oder Vereine wie „Frauen helfen Frauen“, mit Aktionen wie dem „Girls‘ & Boys‘ Day“ an, mit ihrem Engagement zur gleichen Bezahlung von Frauen im Beruf, mit Angeboten für Mädchen mit Migrationshintergrund und vor allem natürlich mit individuellen Beratungen im Frauenbüro, wo es wesentlich darum geht, jeweils die richtigen Ansprechpartner zu vermitteln.

Sichtbarstes Zeichen im Kampf für die Gleichberechtigung ist aber seit mehr als zwei Jahrzehnten in Düren die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, die in diesem Jahr erstmals im Leopold-Hoesch-Museum stattfinden wird.

Als prominente Mitstreiterin, die schon seit Jahren selbst im Dürener Frauenforum tätig ist, konnte die Dürener Bestsellerautorin Majella Lenzen gewonnen werden, die aus ihrem neuen Buch „Fürchte Dich nicht“ lesen wird. Gilla Knorr: „Majella Lenzen ist eine mutige Frau, die schon vor vielen Jahren nicht schweigen wollte. Sie wurde als Nonne aus ihrem Orden geschmissen und es gehört viel Mut dazu, darüber öffentlich zu berichten.“

Aktuelle Bezüge zu ihrer alltäglichen Beratungsarbeit sieht Gilla Knorr dabei in einem besonderen Punkt: „Das neue Buch beschreibt, wie sie sich nach 40 Jahren als Ordensfrau in weltfremden Strukturen nun in ihrem neuen Leben zurechtfindet. So musste sie zum Beispiel lange kämpfen, um nach 40 Jahren Dienst für die Kirche auch eine finanzielle Absicherung zu erhalten.“ Ein Thema, dass das Frauenforum ähnlich gelagert in anderen Bereichen beschäftigt: Die finanzielle Absicherung, um durch Arbeit eine Familie ernähren zu können oder später eine Rente zu erhalten, um davon Leben zu können. Gilla Knorr: „Viele Frauen gehen in Teilzeitbeschäftigung arbeiten.

Das ist eine gute Lösung, um zum Beispiel Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Aber diese Lösung muss flexibel bleiben, man muss — wenn es nötig ist — die Stundenzahl auch wieder aufstocken können. Genau das will man momentan im Bereich der Stadtverwaltung sicherstellen. Dienstag Abend ist in der Ratssitzung der neue Frauenförderplan beraten worden, der genau diese Flexibilität eröffnen soll. Sinn, sagt Gilla Knorr, mache das aber noch aus einem ganz anderen Grund: „Viele Unternehmen sind schon jetzt vom Fachkräftemangel betroffen. Das gilt natürlich auch für eine Stadtverwaltung.“

Beginn des Frauenempfangs im Hoesch-Museum ist um 16 Uhr. Die Lesung von Majella Lenzen ist für 17 Uhr vorgesehen, um 18 Uhr folgt ein Auftritt des Frauen-Kammerchores „AnnaBells“. Zudem besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch das Hoesch-Museum teilzunehmen. Das Angebot ist selbstverständlich kostenfrei; es wird aber um eine Anmeldung unter Telefon02421/252261 oder per Email unter frauenbuero@dueren.de gebeten.

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