Über 3000 Stimmen für Tierschutzparteien im Kreis Düren

Besonderheiten bei der Europawahl : Über 3000 Stimmen für Tierschutzparteien im Kreis Düren

3123 Menschen im Kreis Düren haben bei der Europawahl am vergangenen Sonntag schwerpunktmäßig für den Tierschutz abgestimmt – bei den Splitterparteien liegt die Tierschutzpartei mit 1,85 Prozent deutlich vorn vor „Die Partei“ mit 1,69 Prozent und „Familie“ mit 0,87 Prozent.

Für die Tierschutzpartei, deren Bundes- und NRW-Vorsitzende Sandra Lück seit gut einem Jahr in Vettweiß wohnt, stimmten in absoluten Zahlen 2210 Wähler, für „Tierschutz hier!“ 404, 191 Männer und Frauen für die „Tierschutz Allianz“ und 318 für die „Partei für die Tiere“. Ihren Höchstwert im Kreis Düren erzielte die Tierschutzpartei in den beiden Langerweher Ortsteilen Geich und Obergeich mit 4,59 Prozent. In der gesamten Töpfergemeinde kam die Tierschutzpartei immerhin auf 2,27 Prozent. Auch in Niederzier, Titz und Vettweiß holte sie mehr als zwei Prozent der Wählerstimmen.

In allen Kommunen konnten die Grünen zulegen. In den drei Rureifelkommunen Nideggen, Hürtgenwald und Kreuzau überholten sie sogar die SPD: Die Zahlen im Detail: NIdeggen: Grüne 19,01 Prozent, SPD 16,2; Kreuzau: Grüne 19,59, SPD 17,74; Hürtgenwald: Grüne 18,21,SPD 17,16. Noch deutlicher vor den Sozialdemokraten lagen die Grünen im Nörvenicher Ortsteil Irresheim (Grüne 16,9, SPD 12,68 Prozent) sowie in den beiden Vettweißer Dörfern Sievernich (21,58 zu 13,84) und Soller (21,85 zu 13,25).

Die AfD erzielte mit 11,94 Prozent in Nörvenich ihr höchstes Wahlergebnis im Kreis Düren, wobei die Partei auch in Düren, Linnich, Merzenich und Niederzier viele Stimmen holte. Im Dürener Grüngürtel kam die AfD auf 18,57 Prozent. In Linnich-Kofferen holten die Rechtspopulisten 14,73 Prozent, in Girbelsrath 12,23 Prozent der Wählerstimmen. In Niederzier kam die AfD in zehn von 15 Wahlbezirken ebenfalls auf mehr als zehn Prozent. Spitzenreiter ist dort der Wahlbezirk 11 (Huchem-Stammeln) mit 18,21 Prozent. Das höchste Wahlergebnis bei der Europawahl erzielte die AfD mit 20,22 Prozent im Wahlbezirk Nörvenich-Mitte. Insgesamt schaffte es diese Partei in 14 von 16 Wahlbezirken der Neffeltalgemeinde auf mehr als zehn Prozent. Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) wollte das starke Abschneiden der Rechtspopulisten nicht bewerten. „Sicherlich sind Extreme in jeder Ausprägung bedenklich, weil sie eine Konsensbildung deutlich erschweren.“ Bei der Wahl am Sonntag habe es sich aber um eine Europawahl gehandelt. „Und die soll von Europapolitikern bewertet werden. Ich bin davon überzeugt, dass das Ergebnis bei der Kommunalwahl ein anderes sein wird.“

Erfreulich war die Wahlbeteiligung. Außer in der Stadt Düren, wo 51,73 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, lag die Wahlbeteiligung überall über 60 Prozent. Am höchsten war sie in Langerwehe mit 68,35 Prozent.