Tucholsky-Abend als Dankeschön an Professor Manfred Schnabel

Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft : Ein Abend im Zeichen Kurt Tucholskys

Was wünschen zum 90. Geburtstag? Wenn man wie Professor Manfred Schnabel sein Leben dem Theater gewidmet hat, fällt diese Entscheidung leicht.

So beschloss er vor knapp zwei Jahren an seinem runden Geburtstag keine Geschenke, sondern stattdessen Spenden für die Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft anzunehmen. Diese möchte sich dafür nun bedanken und widmet Professor Schnabel am Vorabend seines 92. Geburtstags eine besondere literarische Veranstaltung.

„Der Große Tucholsky-Abend“ soll am 1. März um 19 Uhr auf der Bistro-Bühne im Haus der Stadt in Düren den Frühling einläuten. Barbara Kleyboldt wird für dieses Dichterportrait in die Rolle Kurt Tucholskys schlüpfen und aus Prosa und Gedichten des Dichters rezitieren und spielen. Ihr Mann Rüdiger Trappmann unterstützt die Inszenierung mit biografischen Fakten und Hintergrundinformationen.

„Leicht ironische Art“

Warum denn gerade Tucholsky, könnte man nun fragen. Aber die Antwort liegt auf der Hand: Professor Manfred Schnabel ist bekennender Tucholsky-Enthusiast und das schon seit vielen Jahren. „Meine Liebe zu Tucholsky ist noch während meiner Studienzeit entstanden“, sagt der inzwischen pensionierte Intendant. „Diese leicht ironische Art, das Leben zu betrachten hat damals dazu geführt, dass ich ihn zu meinem Lieblingsautor erkoren habe und ich bin ihm treu.“

Seit seinem Studium in Münster hat Manfred Schnabel ein Stück Theatergeschichte geschrieben. Er begann als Schauspieler in Gelsenkirchen, war als Regieassistent an der Komischen Oper in Berlin, spielte sieben Jahre lang am Augsburger Stadttheater, war Dramaturg und Intendantsassistent. Es verschlug ihn nach Zürich, Heidelberg und Mannheim bis er schließlich Intendant in Hagen wurde. Er eröffnete das neue Opernhaus in Essen und ist immer noch Professor an der Musikhochschule Köln. Seit er 1992 nach Nideggen gezogen ist, ist er außerdem aus der Dürener Theaterwelt nicht wegzudenken.

So erfreute sich zum Beispiel seine Reihe „Humor feiert Geburtstag“, bei der er Texte seiner Lieblingsautoren Kästner, Tucholsky, Heine, Morgenstern und Ringelnatz, sowie eigene Werke las, großer Beliebtheit. „Er war immer ein Begleiter und Unterstützer des Theaters in Düren“, sagt Peter Baur, 1. Vorsitzender der Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft. „Mit dem Tucholsky-Abend möchten wir danke sagen und ein kleines Geburtstagsgeschenk zurückgeben.“

Auf der Bistro-Bühne im Haus der Stadt erwarten die Besucher eine lockere Atmosphäre und natürlich eine große Portion Tucholsky. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber durchaus erwünscht.

(kim)
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