Kreis Düren: Tourismus bringt Millionen in den Kreis Düren

Kreis Düren : Tourismus bringt Millionen in den Kreis Düren

Preisfrage: Wie viele Menschen haben 2016 den Kreis Düren besucht, wenigstens für einen Tag? 9,8 Millionen. Und wie viele Übernachtungen sind in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen registriert worden?

834.000. Tendenz steigend. Deshalb sagt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) auch: „Wir müssen den Schwung jetzt nutzen, um die Entwicklung des Tourismus in der Region weiter zu befeuern.“

Der Ruruferradweg (hier in Düren) wird für 4,7 Millionen Euro ausgebaut. Foto: inla

Tourismus sei mittlerweile ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Alle Gäste zusammen haben für einen Bruttoumsatz von rund 285 Millionen Euro im Kreis gesorgt. Das hat ein Münchner Fachbüro ermittelt, das vom Kreis beauftragt wurde, den touristischen Wirtschafts- und Standortfaktor zu beleuchten. Laut dieser Studie geben Tagesreisende im Schnitt 22,90 Euro im Kreisgebiet aus. Das sind rund zwölf Euro weniger als Tagesgäste in Bayern ausgeben. „Da müssen wir unsere Angebote noch verbessern“, sagt Spelthahn.

Von den 285 Millionen, die umgesetzt wurden, profitieren das Gastgewerbe (131,4 Millionen), der Einzelhandel (102,7) und Dienstleistungsanbieter (50,8). Wie aus der Studie weiter hervorgeht, verdienen 5400 Menschen im Kreis Düren ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus. Insgesamt verzeichnet der Kreis 2017 eine Steigerung der Gästezahlen um 3,5 Prozent.

Die Situation werde sich weiter verbessern, glaubt der Landrat. Für das Vier-Sterne-Hotel mit 120 Doppelzimmern im Dürener Bismarck-Quartier gebe es schon jetzt „rege Buchungen“. Auf der touristischen Agenda stehe aber auch das Indeland und die Gestaltung einer See-Landschaft, wenn im Tagebau Inden ab 2030 keine Kohle mehr gefördert wird. Im Indeland entstehe ein neues Angebot mit großem Freizeitwert, von dem die ganze Region profitieren werde. Der Kreis sehe in diesem Strukturwandel eine große Chance, hieß es bei einer Präsentation auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

Weitere Angebote

Zu den künftigen Angeboten zählt auch der Um- und Ausbau des Ruruferradwegs von Monschau nach Wassenberg. Das 4,7 Millionen Euro teure Projekt soll zu 80 Prozent aus europäischen und NRW-Fördermitteln finanziert werden. Der Weg führt rund 60 Kilometer durch den Kreis Düren.

„Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase“, sagt Anne Schüssler, bei der Kreisverwaltung zuständig für die Kreisentwicklung. Planungsbüros seien im Augenblick damit beschäftigt, ein Konzept für den Ruruferradweg zu entwickeln. Schüssler: „Der Weg soll über eine Geschichte inszeniert werden. Das heißt, es muss eine Hauptfigur entwickelt, und es müssen Themen für diese Geschichte gefunden werden.“

Mögliche Themen können beispielsweise die Papierindustrie, das Herzogtum, das überall dank der vielen Schlösser und Burgen präsent ist, oder der besondere Naturraum vom Hohen Venn bis zur Bördelandschaft und dem Nationalpark Eifel sein. Schüssler: „Zunächst muss also eine sehr große kreative Leistung erbracht werden, außerdem muss natürlich die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.“

Unter anderem sollen entlang des Ruruferradweges bis zu 20 Erlebnisorte entstehen. Im April werden die Planer, die zum Teil aus der Region, aber auch aus dem Raum Hannover kommen, sich die Rur und die mögliche Radwegstrecke ansehen. Insgesamt ein Jahr sollen die Planungen dauern, danach werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit und den politischen Gremien vorgestellt. Anne Schüssler: „Wir sind optimistisch, dass der Ruruferradweg in drei Jahren fertig sein kann.“

(kin, inla)
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