Tommy Engel begeistert Konzertbesucher im Haus der Stadt in Düren

Konzert im Haus der Stadt : Kölsche Kostbarkeiten mit Tommy Engel

Gleich zu Beginn gab es ein Kompliment, ein ziemlich dickes sogar. Auch wenn Köln die Philharmonie hat, in die „ein paar Leute hereinpassen, und eher durch Zufall einen Dom: So etwas wie das „Haus der Stadt“ fehlt, ist Tommy Engel überzeugt. „Das habt Ihr euch gut überlegt“, lobte er die Dürener am Donnerstagabend beim ersten seiner zwei rappelvollen Konzerte.

Tolle Akustik, überschaubarer Zuschauerraum, familiär, fast wie in einem großen Wohnzimmer. Kurzum: der genau passende Rahmen für „Dat Kölsche Songbook“, einen Abend mit bekannten Liedern – neu interpretiert in „kölsche Sproch“. Genug musikalischer Stoff also für zwei ebenso kurzweilige wie mitreißende Konzerte, die durchaus auch Stücke mit ruhigeren Tönen vertrugen.

Eigentlich wollte Tommy Engel ja erst am Freitag in Düren auf der Bühne stehen, doch die Nachfrage war so groß, dass kurzerhand ein zweiter Termin anberaumt wurde. Es liegt sicher nicht nur an der (mentalen) Nähe zu Köln, dass beide Konzerte äußerst gut besucht waren. Im Gepäck hatte der Sänger mit seinem „Kölsche Songbook Vol. 2“ mittlerweile die zweite Ausgabe neu eingespielter Lieder, die er auf seine unnachahmlich kölsche Art in zum Teil unerwartete musikalische Gewänder kleidete. Frei nach dem Motto: Sag es in Kölsch – und es klingt gleich viel charmanter. Tommy Engels tritt damit am Rheinufer in die Fußstapfen des „Great American Songbook“, das in den USA populäre Stücke der Unterhaltungsmusik der 1930er bis 1960er Jahre zusammenfasste, die von anderen Künstlern gecovert wurden.

In Engels Kölner Version des Songbooks finden sich Klassiker wie Trude Herrs „Die Stadt“ ebenso wie Hans Knipps „Ein Besuch im Zoo“ und „Katrin“ von den Bläck Fööss wieder. International schöpfte er aus dem Vollen: Hits wie „Ain’t no sunshine“ von Bill Withers, Randy Newmans „Short people“ oder Tina Turners „I can’t stand the rain“ verwandelten Tommy Engel und seine Band in kölsche Kostbarkeiten.

Ein Wort zur Band: Jürgen Fritz (Klavier und Orgel), der frühere BAP-Gitarrist Helmut Krumminga, Till Kersting (Gitarre und Gesang), Hans Maahn (Bass), Alex Vesper (Schlagzeug) und Backgroundsängerin Frauke Hader harmonierten perfekt und sorgten am Abend für den richtigen Groove. Kurz vor der Pause trat Tommy Engel dann auch in die zweite Reihe zurück, damit seine Band für ein A-capella-Stück im Rampenlicht stand. Ein Auftritt mit Gänsehaut-Garantie.

Für den richtigen Groove sorgte die Engel Band – die für einen A-capella-Auftritt selbst im Rampenlicht stand. Foto: Stephan Johnen

Der Abend lebte auch von der Präsenz Tommy Engels auf der Bühne – nicht nur als Sänger. Charmant plaudernd führte er durch das Programm und zeitgleich auch durch Kölner Stadt- und Kulturgeschichte. Die musikalische Bandbreite der Konzerte war mindestens genauso spannend: Engels rappte als Huusmeister Kaczmarek und trug nur wenig später als Ballade zur Melodie von „Tränen lügen nicht“ eine Liebeserklärung an seine Werkzeugkiste vor. Die Reaktion des begeisterten Publikums sollte Tommy Engel nachdenklich stimmen: Ob beim nächsten Auftritt in Düren zwei Termine reichen?

(sj)
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