Kabarettisten in Düren: Tina Teubner und Ben Süverkrüp geben Alles im „Komm“

Kabarettisten in Düren : Tina Teubner und Ben Süverkrüp geben Alles im „Komm“

„Was hast du denn so gemacht in deinem ersten Jahr“, fragt Tina Teubner ihren Bühnenkollegen Ben Süverkrüp. Der überlegt kurz: „Naja, geschlafen und Milch getrunken, denke ich.“ Sofort ist die Diagnose klar: „Du hattest also schon als Baby Burn-out, ganz sicher. Und dann noch diese einseitige, laktosebasierte, nicht vegane Ernährung.“

So spielten sich die beiden Kabarettisten im „Komm“-Zentrum in Düren die verbalen Bälle zu. Bei ausverkauftem Haus zeigten Teubner und Süverkrüp ihr Musikkabarett „Wenn du mich verlässt, komm ich mit — Weniger Demokratie wagen!“ und brachten ihr musikalisches Talent und Pointen auf die Bühne.

Ein großes Thema in diesem Programm: die Selbstoptimierung jedes Lebensbereiches, der schon bei den Kleinsten anfängt. So sei der Wettbewerb unter ambitionierten Müttern ja schon beim ersten eigenständigen Drehen des Kindes eröffnet, und wenn ein Kind das nicht schaffe, das nicht rechtzeitig schaffe, müsste es schnellstens zur Frühförderung.

Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich ein paar Politiker auf die Schippe genommen. Während Frau Merkel sich, laut Teubner, das erste Mal gerollt hätte, als sie am ersten Schultag keine Wahl mehr hatte, sei Frau von der Leyen bestimmt schon häkelnd zur Welt gekommen.

Auch vor der Chefetage mache die Optimierungswelle nicht halt. Waren früher nur ungewaschene Öko-Hippies im selbstgehäkelten Anzug im Jogastudio auf der Suche nach dem Selbst, seien jetzt schon die Manager bedacht aufs Atmen und die Innere Mitte. „Und dann erst mal 120 Leute feuern“, sagt Teubner. „Ist ja eigentlich im Sinne des Feng Shui, man schafft ja Platz.“

Untermauert wird jede neue Thematik mit einem Lied, zum Beispiel über den kleinen Emil, der schon zum Pränatal-Ballett muss. Süverkrüp spielt Klavier, während Teubner singt und immer wieder zu verschiedenen Instrumenten wie Ukulele und Geige greift. Von der Musik aus geht die Show fließend zu Monologen, Psychoanalysen oder Schimpftiraden über, in denen mal Teubner allein und mal das Duo im Zwiegespräch das Publikum zum Lachen bringt.

Mit viel Chemie auf der Bühne, schnellen Lachern und ein wenig Melancholie hier und da zeigten die beiden Kabarettisten so ein abwechslungsreiches Programm, dass ihnen der starke Beifall des Publikums gewiss war.

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