Tierheim Düren ruft dazu auf, Katzen kastrieren zu lassen

Tierheim-Kampagne : Zu viele nicht kastrierte Katzen im Kreis

Zwei Katzen mit insgesamt 13 Jungen hat das Tierheim in Niederau allein in diesem Frühjahr schon aufnehmen müssen. Dabei hat die Kittensaison, in der Jungtiere zur Welt kommen, gerade erst begonnen und dauert noch bis zum Frühherbst an.

Umso vehementer mahnen die Tierschützer dazu, Katzen – männliche wie weibliche, egal ob sie draußen oder drinnen leben – unfruchtbar machen zu lassen.

„Wir hoffen natürlich, dass die aktuell aufgenommenen Tiere kein schlechtes Omen für das Jahr sind. Es kann nicht angehen, dass unsere Aufklärungskampagnen ungehört bleiben und Katzenbesitzer die Verantwortung für ihre Tiere weiter auf andere, sprich auf das Tierheim, abschieben“, erbost sich Jürgen Plinz, Vorsitzender des Tierschutzvereins für den Kreis Düren.

Er erklärt, dass eine Katze zwei- bis dreimal im Jahr vier bis sechs Kitten bekommen kann und die wiederum sind auch nach sechs Monaten geschlechtsreif. „Wenn man bei den Kastrationen nicht konsequent vorgeht, dann gibt es keinen Schneeballeffekt, sondern eine Lawine“, warnt Plinz. Deshalb führt der Tierschutzverein derzeit bereits zum neunten Mal eine Kastrationskampagne durch (Infobox).

Jürgen Plinz ist Vorsitzender des Tierschutzvereins für den Kreis Düren. Foto: ZVA/Anne Welkener

Jürgen Plinz appelliert aber nicht nur an die Katzenbesitzer, zu ihrer Verantwortung zu stehen, sondern auch an die Gemeinden. Erst in acht von 15 Kreiskommunen (Düren, Jülich, Linnich, Titz, Aldenhoven, Langerwehe, Niederzier und Merzenich) gibt es eine behördlich verordnete Kastrationspflicht für Katzen und Kater ab dem fünften Monat, sofern diese Ausgang ins Freie haben. „Das müssten ohne Ausnahme alle Gemeinden haben, aber die wehren sich mit Händen und Füßen.“

Die Ordnungsämter hätten Angst vor der Mehrarbeit, die Kontrollen mit sich führen würden, sagt Plinz. Um eine flächendeckende Überwachung geht es ihm aber nicht einmal. „Wenn es ein Verbot gibt, können wir zum Ordnungsamt gehen, sobald uns ein Fall bekannt wird. Aber ohne ein Verbot haben wir keine Handhabe.“

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