Düren: Tiefbauamt verbaut knapp fünf Millionen Euro in 2016

Düren: Tiefbauamt verbaut knapp fünf Millionen Euro in 2016

Auch Baudezernenten dürfen gerne mal poetisch werden: „Das wird eine richtig schicke Flaniermeile“, sagt Beigeordneter Paul Zündorf über die Kölnstraße. Deren Sanierung wird in diesem Jahr den bedeutsamsten Part zum Auftakt der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Masterplan darstellen.

Die Ausschreibung der Aufträge ist bereits erfolgt, die Vergabe soll zeitnah erfolgen. Bis November, betont Zündorf, soll der Fußgängerzonen-Teil der Kölnstraße fertiggestellt sein — man will ja ungestört ins Weihnachtsgeschäft flanieren können.

Wenig poetisch wird der Auftakt zu den Arbeiten erfolgen: Die Arbeiter schmeißen in den nächsten Tagen die Motorsäge an. Die Bäume müssen weichen. Am Ende, verspricht aber Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels, werden in der Kölnstraße 30 neue Bäume angepflanzt: „Es entsteht eine Art Fußgängerallee.“ Und zwar so, dass die Hausfassaden noch erkennbar sein werden. Erst in 2017 dürfte der kleine Platz an der Schützenstraße fertiggestellt werden.

Hier ist dann Raum für Außengastronomie und — bleiben wir bei der Poesie — französisches Flair: Die angelegte Splitfläche kann als Bouleplatz genutzt werden. „Pflaster und die Möblierung der Kölnstraße sind einvernehmlich mit den Geschäftsleuten ausgewählt worden“, erklärt Zündorf, der bei der Gelegenheit noch ein ganz anderes Thema angesprochen hat: die Außenwerbung einzelner Geschäfte. „Kleiderständer vor der Geschäftstür oder Toilettensteine in der Auslage sollen verschwinden. Das gehört da nicht hin“, sagt Zündorf.

Im Juni läuft dann der Wettbewerb für die Neugestaltung des Theodor-Heuss-Parks an. „Zwölf Landschaftsplanungsbüros sollen Ideen entwickeln, von denen dann drei oder vier ausgewählt werden. Die umliegenden Schulen wollen wir an diesem Wettbewerbe mit beratender Stimme beteiligen.“

Das Ergebnis, schätzt Zündorf, soll dann im Dezember vorliegen. Auch für die Neugestaltung des Kaiserplatzes soll in der zweiten Jahreshälfte ein Wettbewerb anlaufen. Das Ziel: eine alltagstaugliche Umgestaltung, so dass er auch weiter für große Veranstaltungen zur Verfügung steht. Bei der Sanierung des Marktplatzes wird auf einen Wettbewerb verzichtet. Seine Nutzung wird sich nicht ändern. Heiner Wingels: „Die Mitte muss frei bleiben. Es wird eine Laufzone geben und die Außengastronomie soll durchgängig möglich sein. Wir müssen also den Markt und auch den Wochenmarkt neu organisieren.“ Dabei rückt in 2016 nicht nur die Planung für die Innenstadt in den Blickpunkt des Baudezernates.

In 2016 startet auch die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Dorfentwicklungsplan für Merken. Rund 400.000 Euro stehen hier an Mitteln für die ersten Planungen zur Verfügung. Heiner Wingels: „Schwerpunkt ist die Neugestaltung der Dorfmitte für Merken. Paulstraße und Peterstraße sollen im Bereich der Kirche zu einem Quartier mit einem neuen Dorfmittelpunkt umgestaltet werden.“ Bis zur Umsetzung wird es dann aber bis 2018 dauern. Wingels: „Erst wenn die K 35n realisiert ist, können wir mit der Umsetzung anfangen.“

Deutlich früher — vermutlich Mitte bis Ende März — wird sich das Baudezernat und die Politik noch mit einem ganz anderen Thema befassen müssen. Dann soll die Machbarkeitsstudie für das neue Hallenbad vorliegen. Zwei Standorte sind nach wie vor im Gespräch — am Badesee sowie im südlichen Bereich des Holzbendenparks neben der Kreis-Arena. Der Haken an der Sache: Dort befinden sich Sportanlagen des Stiftischen Gymnasiums, die dann verlegt werden müssten. Zündorf: „Wir diskutieren die verschiedenen Optionen sowohl mit dem Dürener Service-Betrieb, als auch mit den Verantwortlichen des Gymnasiums.“

Unklar ist noch, ob die Stadt für einen Neubau Landesmittel erhalten kann. Zündorf, der selbst den Standort in der Innenstadt präferiert, weil nur so auch eine ausreichende Anbindung an den Nahverkehr gegeben ist, macht aber auch deutlich, dass der Zuschuss nicht die entscheidende Frage ist: „Selbst wenn wir keine Zuschüsse erhalten, ändert das nichts daran, dass wir das Hallenbad neu bauen müssen. Der bauliche Zustand des jetzigen Bades ist so marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich keinen Sinn ergeben würde.“ Bis zur Sommerpause, sagt Zündorf, müsse hier die Entscheidung fallen.

Dass die Anforderungen an das Tiefbauamt mit all diesen Maßnahmen steigen, zeigt sich auch ganz profan in Zahlen: Wurden in 2015 Maßnahmen mit einem Bauvolumen von knapp 2,6 Millionen Euro realisiert, sollen es in 2016 rund 4,8 Millionen Euro sein, in 2017 gar 6,4 Millionen Euro.

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