Aachen/Düren: Tief Petra bremst Verkehr aus

Aachen/Düren: Tief Petra bremst Verkehr aus

Rutschpartien auf den Straßen, Freude auf den Skipisten: Die Folgen von Tief „Petra” waren in der Region auch am Freitag noch spürbar. Vor allem im Berufsverkehr krachte es auf vereisten Straßen. An den Flughäfen konnten etliche Flieger nicht starten. Und der Deutsche Wetterdienst kündigte für das Wochenende neuen Schnee an.

Staus und Unfälle hielten die Polizei in Atem. Der Verkehr stockte vielerorts wegen Glätte. Auf der Autobahn 4 in Richtung Aachener Kreuz hat es am Freitagmorgen bei Glatteis einen Unfall mit einem Lastwagen und zwei Autos gegeben, bei dem ein Fahrer lebensgefährlich verletzt worden ist. Die Autobahn war zeitweise vollgesperrt.

Die Polizei in Düren zählte bis 13.30 Uhr 14 Unfälle auf glatten Straßen. Dabei blieb es zum Glück bei Blechschäden. In der Zeit von 4 Uhr bis 9.30 Uhr gab es in der gesamten Städteregion Aachen insgesamt 21 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Eine Fußgängerin wurde bei einem Unfall in Aachen, An der Schanz, verletzt und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr bestand aber nicht. Im Kreis Heinsberg rutschten drei Autofahrer mit ihren Wagen gegen Straßenlaternen, alle drei wurden zum Glück nur leicht verletzt.

Die Kölner Polizei sprach von „katastrophalen Zuständen”. Bis zum Mittag ereigneten sich in NRW insgesamt 762 Unfälle. Sechs Menschen wurden schwer verletzt. Lastwagen durften tagsüber wieder über die Straßen rollen, nachdem die Behörden in der Nacht eine Zwangspause verhängt hatten. Die Polizei bittet weiterhin dringend alle Autofahrer um vorsichtige Fahrweise ausschließlich mit Winterreifen.

Am Grenzübergang Lichtenbusch in Richtung Belgien hatten Lastwagenfahrer seit schon ab 14.30 Uhr das Nachsehen: Für sie war aufgrund des Wetters die Weiterfahrt nach Belgien untersagt. Eine Einreise per Auto war aber weiter möglich. Durch die Anordnung der Belgier war der Rastplatz zeitweise mit Lastwagen überfüllt, weil rund 200 Lastwagen an der Weiterfahrt gehindert waren.

Auch Bahnfahrer und Busreisende mussten zum Teil viel Geduld aufbringen. Zahlreiche Züge hatten Verspätung oder fielen ganz aus, im Raum Aachen fuhren viele Busse mit Verspätung.

Als „völlig chaotisch” beschrieb ein Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die nächtliche Situation auf den Straßen im Land. Ehrenamtliche von DRK und Technischem Hilfswerks (THW) versorgten Tausende eingeschlossene Autofahrer mit Decken und Tee. Pendler steckten bis nach Mitternacht fest. Mit Schneeketten zogen die Helfer auf den Autobahnen A 1, A 3 und A 43 Fahrzeuge frei. Auf tagsüber waren noch 100 THW-Kräfte im Einsatz.

Probleme bei Bussen und Bahnen


Mit warmen Getränken und Informationen versorgte die Deutsche Bahn wartende Fahrgäste. „Züge aus ganz Deutschland schleppen noch Verspätungen nach NRW”, sagte ein Sprecher am Freitag. Ausfälle hatte es am Vormittag im Berufsverkehr nur bei der S-Bahn 9 nach Essen gegeben. Am Nachmittag gab es nach Auskunft der Bahn „gemessen an der Wetterlage nur noch wenige Verspätungen”.

Am Düsseldorfer Flughafen mussten am Freitag 20 Flüge gestrichen werden. Am Donnerstag wurde der Flughafen bereits für zwei Stunden gesperrt. 90 Flüge fielen aus. In Köln mussten Passagiere auf 32 Flüge verzichten. „Das lag zum großen Teil daran, dass die Flugzeuge an anderen Flughäfen nicht starten konnten”, sagte ein Sprecher. Im Laufe des Freitags gab es noch etliche Verspätungen.

Winterfreunde können sich auch in den nächsten Tagen noch zu Schneeballschlachten und Schlittenfahrten verabreden. Der Wetterdienst in Essen erwartete für das Wochenende neuen Schnee, vor allem im Rheinland. „Es bleibt winterlich kalt und wird immer wieder schneien”, sagte Meteorologe Günther Hamm. Massiven Schneefall sagte der Wetterdienst für die Nacht zu Montag voraus. „Fest steht: Der Berufsverkehr am Montag wird kompliziert.”

Romantische Aussichten haben Festtags-Fans: Die Chancen auf weiße Weihnachten standen nach Angaben der Meteorologen nicht mehr so schlecht wie noch am Vortag. „Die Prognose ist sehr unsicher. Es kann sein, dass es Heiligabend richtig kalt wird, dazu könnte es kräftig schneien”, sagte Hamm. Andere Prognosen deuteten auf mildes Tauwetter.