Theaterwerkstatt zeigt märchenhafte Schlossszenen auf Burgau

„Theaterwerkstatt“ auf Schloss Burgau : Hänsel und Gretel im Sommernachtstraum

Die „Theaterwerkstatt“ präsentierte mit ihrem Programm „Schlossszenen“ einen Theaterauftritt, der etwas anderen Art: Während der Besucher sonst einen ungestörten Platz vor einer Bühne in einem großen Saal gewöhnt ist, war man diesmal mitten im Geschehen. Auf dem idyllischen Schloss Burgau erstreckte sich die Theaterbühne rund um das Publikum.

Eine besonderer Einbezug der Besucher wurde auch durch direkte Ansprachen und Beteiligung des Publikums erreicht. So konnten die Theatergäste in regelmäßigen Abständen, von den Schauspielern geleitet, den Schauplatz wechseln. Ganz nach dem Motto „Es war einmal… und doch ganz anders“ trugen die leidenschaftlichen Hobbyschauspieler Passagen aus Märchen und bekannten Gedichten in Originalform, aber auch in ihren eigenen Interpretationen vor. Von Hänsel und Gretel über Aschenputtel bis hin zu dem Froschkönig war fast jeder Klassiker dabei. Verbunden wurden die Passagen mit Texten von Shakespeare, Ringelnatz, den Gebrüder Grimm und noch vielen mehr.

Geleitet wird das Ensemble von Svenja Niekerken. Sie war auch für das Konzept und die Regie verantwortlich. Unter dem Titel der „Theaterwerkstatt“ arbeiten sie bereits seit 2017. Zurück geht die „Theaterwerkstatt“ auf eine Initiative von Monika Rothmaier-Szudy aus dem Haus der Stadt. Mitwirkende Schauspieler, die die Programme aktiv mitgestalten sind zwischen 52 und 72 Jahren alt. Obwohl es zu einigen krankheitsbedingten Ausfällen während der Proben kam, konnte das Ensemble mit insgesamt sieben Schauspielern auftreten. Unterstützt wird das Projekt von dem Lion-Hilfswerk Marcodurum und der Bürgerstiftung Düren.

Svenja Niekerken ist unteranderem Schauspielcoach, Theaterdozentin und Regisseurin. Dementsprechend konnte sie auf ein breites Repertoire an Erfahrungen zurückgreifen. Zudem ist sie selbst auch als Schauspielerin tätig. In den Proben lief viel über Improvisation, und für die Rollen geeignete Talente wurden dabei entdeckt. Im Jahr 2018 hat das Ensemble bereits ein Erlebnisrevue über die Annakirmes auf die Bühne gebracht. Dieses Jahr präsentierten sie zum ersten Mal ihr neues Programm „Schlossszenen“.

Der erste Akt, der vornehmlich im Außenbereich rund um das Schloss angesiedelt war, befasst sich mit verschiedenen Figuren aus vertrauten Märchen, während im zweiten Akt Shakespeares „Sommernachtstraum“ Gegenstand des Stückes war. Die Komödie des englischen Schriftstellers wurde jedoch so umgeschrieben, dass der Zuschauer auch dort die bereits eingeführten Märchenfiguren aus dem ersten Akt wiederfinden konnte. So ergab sich ein roter Faden durch das bunt gemischte Programm.

Nicht nur aufgrund der eigenen Note, die die „Theaterwerkstatt“ den bekannten Klassikern gab, stellten die „Schlossszenen“ ein einmaliges Märchenerlebnis dar. Auch das Ambiente, das von dem Veranstaltungsort ausging trug zu diesem Ergebnis bei.

Dank der Kulisse des Schloss Burgaus waren keine Bühnenbilder oder Vorhänge nötig und die Zuschauer konnten sich gut in das Geschehen hineinversetzen.

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