Theater Liberi interpretiert "Aschenputtel" moderner

Musical : Wenn die Stiefschwester lieber studieren will

Der einzige Auftritt des Theaters Liberi in Düren war diesmal das Musical „Aschenputtel“ im Haus der Stadt. In der Saison von September bis April reist das Theater-Ensemble durch Deutschland, Österreich und Luxemburg. Über 400 Aufführungen finden in so einer Saison statt.

Mit „Aschenputtel“ wurden bisher schon über 100.000 Zuschauer in die Theatersäle gelockt. Im Haus der Stadt waren es fast 500 verkaufte Eintrittskarten. Die Inszenierung von „Aschenputtel“ durch das Ensemble von Liberi war neuartig und unterschied sich in einigen Punkten von dem bekannten Märchen. Bei „Aschenputtel – Das Musical“ gibt es einen König, der nicht regieren will, einen Hofnarren, der nicht lustig ist und eine Stiefschwester, die lieber studieren und reisen will, als zu heiraten.

„Wir wollten die altbekannte Geschichte etwas entstauben und zeitgemäß neu interpretieren“, so Elisabeth Kirch, die die Rolle des Aschenputtels im Musical wahrnimmt. Das Stück war ungewöhnlich, aber durch die Abweichung von der ursprünglichen Geschichte auch erfrischend zu sehen. Vor allem für Kinder, die an diesem Nachmittag mit ihren Eltern und Großeltern ins Theater gegangen sind. Die humorvolle Inszenierung und die gute Verständlichkeit von Witzen und Pointen, machten das ganze Musical sehr kinder- und familienfreundlich.

Das Beeindruckende an den Musicals von Liberi ist, dass alles in Eigenproduktion erstellt ist. Tanzchoreografien, das gesamte Bühnenbild, die Kostüme, Effekte und die Musik, wurden vom Liberi-Team selbst entwickelt. Helge Fedder ist Drehbuchautor und Regisseur bei Liberi und verantwortlich für die Inszenierungen der alten Märchenklassiker. Für ihn besteht die Herausforderung bei jungem Publikum nicht darin, es zu unterhalten, sondern dafür zu sorgen, dass etwas hängen bleibt. Neben Tanz, Musik und Fantasiewelten sei es „wichtig Figuren zu schaffen, die so echt sind, dass sich die Kinder darin wiederfinden.“

In den Liedern sind auch immer wieder wichtige Denkanstöße zu finden. So zum Beispiel in dem Stück „Wenn du Hilfe brauchst“, in dem es darum geht, anderen zu helfen, sich aber auch selbst helfen zu lassen.

Engagement und ein Leben fürs Theater, lassen sich besonders bei den Darstellern erkennen. Die meisten Schauspieler haben abgeschlossene Ausbildungen als Bühnen- und Theaterschauspieler, beispielsweise an der Stage School in Hamburg, wo sowohl das Aschenputtel Elisabeth Kirsch, als auch der Prinz Marlon Hangmann studiert haben.

Anja Dorrer vom Veranstaltungsmanagement von Liberi fügt zum Ende noch hinzu, dass ständig neue Inszenierungen von anderen Märchen stattfinden. „Das nächste Musical wird Schneewittchen sein.“

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