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Theater Liberi führt im Haus der Stadt Düren "Schneewittchen" auf

Theateraufführung : „Schneewittchen“ im neuen Gewand

Bekannte Märchen neu inszenieren – das ist seit der Gründung im Jahr 2008 die künstlerische Zielsetzung des Theaters Liberi. In diesem Jahr führte das siebenköpfige Darsteller-Ensemble „Schneewitchen – Das Musical“ im Haus der Stadt auf.

Mit über 420 verkauften Karten war die Aufführung fast ausverkauft. Im vergangenen Jahr war das Theater Liberi schon einmal im Haus der Stadt, damals mit der Aufführung „Aschenputtel – Das Musical“.

Die moderne Inszenierung alter Geschichten ist das Aushängeschild des Bochumer Unternehmens, das in kompletter Eigenregie Familien-Musicals für Jung und Alt konzipiert und aufführt. Liberi produziert selber alle Texte, Musikkompositionen, Bühnenbilder und Kostüme. „Alles wird von uns selbst konzipiert und umgesetzt“, so künstlerischer Gesamtleiter und Inhaber von Liberi, Lars Arendt.

In „Schneewitchen – Das Musical“ gibt es die Königin (Kirsten Schneider), Stiefmutter von Schneewitchen, die im Schönheitswahn mittels eines Zaubertrankes nach Jugend und Makellosigkeit strebt. Schneewitchen (Tabea Steltenkamp) selbst ist die unsichere Titelheldin des Musicals, die auf der Flucht vor ihrer Stiefmutter den sieben Zwergen und dem jungen Prinzen Fynn (Marlon Hangmann) begegnet.

Der Prinz rettet Schneewitchen vor den beiden Schergen Erz (Fabio Emilio Travaglino) und Kolk (Dominic Angler), die auf Befehl der Königin für Schneewitchens Tod sorgen sollen.

Und so ist die Inszenierung von Schneewitchen auf vielen Ebenen neuartig. Der Zaubertrank, zwei Schergen statt einem Jäger und ein Prinz, der schon fast von Beginn an in der Geschichte verankert ist. Aber ebenso bleibt der Kern des Märchens bestehen. Einige Aspekte wurden ausgetauscht, einige Inhalte verändert. Doch in allen Versionen des Märchens bleiben die Botschaften erhalten. Freundschaft, Liebe, Entschlossenheit und Mut sind Werte, die auch in vielen anderen Märchen eine Rolle spielen. Schneewitchen ist eine zunächst unsichere junge Frau, die im Laufe der Geschichte reifer und entschlossener wird. Eine Vorbildfigur, die „auch mal Zweifel hat, aber letztlich ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt“, wie Tabea Steltenkamp ihre Rolle als Schneewitchen beschreibt.

Jeder der sieben Darsteller der Schneewitchen-Produktion verkörperte zwei Rollen in dem Musical. So hatte jeder eine Rolle als Zwerg. In Liberis Neuinszenierung tragen sie die Namen Furbom, Burtho, Thofur, Bomrin (Julia Breier), Rinfi (Lisa Gärtner), Lobur und Filo, wobei Rinfi wohl am ehesten dem humorvollen Disney-Zwerg Seppel entspricht.

Zurzeit tourt das Theater Liberi nicht nur mit Schneewitchen durch Deutschland, Österreich und Luxemburg. Das aktuelle Programm beinhaltet auch Produktionen wie „Die Schöne und das Biest“, „Dschungelbuch“ und „Pinocchio“. In jeder Saison, von Oktober bis April, werden alle Produktion über 450 Mal aufgeführt. Ein großes, engagiertes Liberi-Team aus 15 festen und etwa 100 freien Mitarbeiten arbeitet mit, alleine für „Schneewitchen – Das Musical“ arbeiteten über 25 Menschen im Hintergrund, darunter Autor Helge Fedder und Regisseurin Carolin Pommert. Das Darstellerensemble ändert sich von Jahr zu Jahr, zumindest teilweise. So ist es für Tabea Steltenkampf die erste Saison beim Theater Liberi. Marlon Hangmann hingegen hat bereits einige Saisons und Produktionen begleitet und spielte vergangenes Jahr in „Aschenputtel – Das Musical“ ebenfalls den Prinzen.

Seit der Gründung des Theaters Liberi im Jahr 2008 begeisterte das Musical-Ensemble bereits über eine Millionen Zuschauer und blickt auf 2700 erfolgreich Aufführungen zurück.

(tj)