Düren: Tennisgemeinschaft bangt um ihre Anlage

Düren: Tennisgemeinschaft bangt um ihre Anlage

Während in der Stadt Düren darüber nachgedacht wird, wie denn eine weitere Nutzung für das ehemalige Munitionsdepot Gürzenich-Wald aussehen könnte, plagen die dort angesiedelte Tennisgemeinschaft ganz andere Sorgen.

Herbert Vollmerhausen, Vorsitzender der TG Gürzenich-Wald: „Unser Mietvertrag läuft noch bis zum 31. Dezember 2014. Aber niemand kann uns sagen, wie es danach weitergeht.”

Seit 1973 nutzt die TG die Tennisplätze der Bundeswehrkaserne. „Da gab es nie irgendwelche Probleme”, berichtet Vollmerhausen. Erst als die Bundeswehr 2009 abzog, wurde es für die TG kompliziert. Das Grundstück wird jetzt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) verwaltet. Und mit der gestalten sich die Verhandlungen aus Sicht von Vollmerhausen schwierig.

Natürlich will die TG das idyllisch gelegene Areal auch in Zukunft nutzen. „Wir müssten dringend in die Anlage investieren. Aber das können wir natürlich nur dann machen, wenn wir auch eine Sicherheit haben, die Anlage weiter nutzen zu dürfen”, so der Vorsitzende, der sogar bereit wäre, das entsprechende Tennisareal samt ehemaligen Offiziersheim zu kaufen: „Aber auch da sind wir bisher gescheitert. Wir haben schon mehrere Gespräche geführt, der BIMA liegt auch ein Kaufvertrag vor, es tut sich aber einfach nichts.”

Für Vollmerhausen ist das mehr als frustrierend. „Wir spielen mit unserer Mannschaft in der höchsten deutschen Liga und sind seit über 30 Jahren auf dieser Anlage - aber man verliert manchmal wirklich die Lust”, ist er darüber enttäuscht, dass die BIMA den Verein so zappeln lässt. Schon jetzt hat die Tennisgemeinschaft mehr als 100 000 Euro in die Sanierung des ehemaligen Offiziersheims gesteckt, damit das Gebäude überhaupt als Vereinsheim genutzt werden konnte.

Weitere Sanierungsmaßnahmen wären dringend überfällig. Die will man aber - wie schon erwähnt - erst dann tätigen, wenn man eine Perspektive sieht. „Bei uns liegt natürlich die Gesamtliegenschaft im Fokus”, so Andreas Plattvoetz vom Kölner Verkaufsteam der BIMA am Dienstag auf Anfrage. „Für uns ist es wichtig eine Lösung für alle Bereiche zu finden. Man kann schlecht nur einen Teil verkaufen, wenn man nicht gleichzeitig klärt, wie andere Teile des Areals dann erschlossen werden.”

Das Problem: Das gesamte Areal ist nur über eine Zufahrtsstraße erschlossen. Würde man jetzt ausschließlich das Tennisareal veräußern, müsste gleichzeitig geklärt werden, wie denn das Kasernengelände und die Wohnsiedlung erreichbar wären. Oder umgekehrt: Wie erreicht man die Tennisanlage, wenn das Kasernengelände inklusive Zufahrtsstraße verkauft werden. „Wir sind derzeit in sehr intensiven Gesprächen mit der Stadt Düren und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung kommen”, so der BIMA-Mitarbeiter. Und das, bevor der Mietvertrag abläuft. Für die Tennisgemeinschaft wird das noch keine befriedigende Lösung sein.

Acht Aufstiege und vier Meistertitel in Folge

1973 wurde die TG Gürzenich-Wald gegründet, zunächst nur für Angehörige der Bundeswehr. Die Öffnung für alle Interessierten erfolgte ab 1978.

Erfolgsgarant ist das Herren 40-Team, das nach acht Aufstiegen in Folge ab 2008 jedes Jahr Meister in der Regionalliga West geworden ist. 2009 und 2011 wurde das Team gar Deutscher Mannschaftsmeister.

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