Düren: Temporausch auf dem Badesee

Düren: Temporausch auf dem Badesee

Wer laut röhrende Motoren erwartet hatte, wurde (angenehm?) enttäuscht. Die Motorboote, die am Samstag auf dem Dürener Badesee ihre Runden zogen, waren für viele der rund 400 Schaulustigen unerwartet leise.

Mit der Resonanz zeigten sich die Organisatoren vom ADAC vollauf zufrieden. Von der „Dürener Adria“ zeigten sich die Organisatoren und die Aktiven gleichermaßen begeistert. Der Premiere in Düren sollen deshalb weitere Veranstaltungen dieser Art folgen.

Zwischen den Rennen wurden die Boote zwecks Wartung aus dem Wasser gehoben. Foto: Dietmar Engels

Ausgetragen wurden auf dem Badesee die Saisonendläufe des ADAC Motorboot Cups und der ADAC Motorboot Masters. In beiden Leistungsklassen sind die eingesetzten Boote so genormt, dass es alleine auf das Können der Fahrer und überhaupt nicht auf „Tuning“ jedweder Art ankommt. Sogar das gleiche Benzin müssen die Teams verwenden. Getankt werden durfte nur an der Tankstelle in Mariaweiler.

Erstaunlich leise sind die Motorboote, die bei den ADAC-Rennen eingesetzt werden — so leise, dass dieser Schwan in Ufernähe sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Foto: Dietmar Engels

Bei Autorennen kommt es entscheidend auf die Reifen an. Bei den Motorbooten ist die Schraube vergleichbar wichtig. Die bei den ADAC-Wettbewerben verwendeten Schrauben kommen alle vom gleichen Hersteller. Trotz aller Sorgfalt bei der Herstellung können sich kleinere Abweichungen ergeben. Deshalb werden die Schrauben vor jedem Rennen neu an die Teams verlost.

Beim Motorboot-Cup kommen Katamarane des Typs „Formel ADAC“ zum Einsatz. Das Chassis besteht aus dem Kunststoff GFK und aus Kohlefaser. Bei einer Länge von 3,70 Meter erreichen die Boote ein Gewicht von etwa 195 Kilogramm. Um auch hier für gleiche Wettkampfbedingungen zu sorgen, muss etwa bei einem untergewichteten Fahrer Ballast hinzugeladen werden. Der Motor — ein Serienprodukt — leistet 30 PS und beschleunigt das Boot auf bis zu 90 Kilometer pro Stunde. In der Masters-Klasse werden 60 PS-Motoren eingesetzt, die für eine Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h sorgen. Die herausnehmbaren Tanks der Boote sind mehrfach gekapselt und verstärkt, so dass während des Rennens kein Treibstoff auslaufen kann. Nachgetankt darf nur an Land. Deshalb werden die Boote nach jedem Trainings- oder Wertungslauf aus dem Wasser gehoben. In begrenztem Maße können die Techniker dann auch „nachschrauben“. Die mit Kunstfasern verstärkten, praktisch unverwüstlichen Cockpits bieten den Piloten ein Höchstmaß an Sicherheit.

Nach der technischen Abnahme durch die Rennleitung gingen die beiden Bootstypen im Wechsel zu den Trainings- und Wertungsläufen an den Start. Der Streckensprecher — Joachim Ebert aus Neuwied — hielt die Zuschauer jederzeit kenntnisreich und verständlich auf dem Laufenden.

Auf dem See war ein war ein 1 200 Meter langer Rundkurs mit sieben Wendebojen und zwei scharfen Rechtskurven abgesteckt, der je nach Rennen zwischen zehn und 15 Mal absolviert werden musste. Zur Enttäuschung des Publikums waren „Kopf-an-Kopf“-Situationen oder Überholvorgänge nur ganz selten zu sehen. Zwei Rettungsboote schwammen während der Läufe an zentraler Stelle, um gegebenenfalls Hilfe leisten zu können. Zu Unfällen kam es am Samstag nicht.

Daniel Schönberg aus Nörvenich, der dem Organisationskomitee des ADAC Nordrhein angehörte, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf des Premierentages in Düren, und: „Ich denke, es war nicht das erste und einzige Mal, dass der Dürener Badesee Schauplatz der ADAC-Rennen gewesen ist.“

In der Masters-Klasse setzte sich im Hauptrennen Nikita Lijcs (Lettland) vor Edgaras Riabko (Litauen) und Mike Szymura aus Berlin durch. Bei den Nachwuchsfahrern hatte Max Stilz aus Kernen. Den Gesamtsieg der Serie trug Kevin Köpcke aus Jork davon.

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