Düren: Tedrive: Altersteilzeit-Gelder nicht gegen Insolvenz abgesichert

Düren: Tedrive: Altersteilzeit-Gelder nicht gegen Insolvenz abgesichert

Der Autoteilezulieferer Tedrive hat offenbar Gelder aus der Altersteilzeit nicht gegen Insolvenz abgesichert.

Für rund 25 Beschäftigte am Standort Düren kann das gravierende Auswirkungen haben. Alexander Lennemann, Sprecher des Insolvenzverwalters, bestätigte, dass derzeit Gespräche mit den Betroffenen geführt werden und in jedem Einzelfall eine Lösung gesucht werde.

Bei der Altersteilzeit verzichten Beschäftigte über einen festgelegten Zeitraum auf einen Teil ihres Gehaltes. Mit diesem Geld wird dann später die Freistellung von der Arbeit finanziert. Werden die Gelder nicht abgesichert, sind sie im Fall eines Konkurses Teil der Insolvenzmasse. Genau das ist offenbar bei Tedrive geschehen.

Damit hat die Unternehmensleitung von Tedrive gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen. Das Altersteilzeitgesetz sieht eine Verpflichtung der Arbeitgeber, die finanziellen Gutschriften „in geeigneter Weise gegen das Risiko seiner Zahlungsunfähigkeit abzusichern”.

Nach Auskunft von Volker Kohlisch von der IG Metall Düren ist dies auch im Tarifvertrag geregelt. Haken an der Sache: „Es gibt keine Kontrolle.” Und das könnte bedeuten, dass das Geld im schlimmsten Fall weg ist. Kohlisch: „Ich sehe im Moment keine schnelle Lösung. Zivilrechtliche Schritte wären der letzte Ausweg.”

Ob das Verhalten der Geschäftsführung den Straftatbestand der Untreue erfüllt, ist unklar. Oberstaatsanwalt Robert Deller: „Wir werden diesen Sachverhalt - wie auch die Insolvenz insgesamt - unter strafrechtlichen Aspekten prüfen.”

Richtig sauer auf die Geschäftsführung ist Betriebsratsvorsitzender Peter Nießen: „Das ist ein klarer Gesetzesverstoß. Wir haben die Absicherung der Gelder immer wieder eingefordert. Auf dem Buckel der Leute wurde hier Geld gespart. Das ist eine Sauerei hoch drei.”

Mehr von Aachener Nachrichten