40. Stadtfest: Tausende feiern mit den „Höhnern“

40. Stadtfest : Tausende feiern mit den „Höhnern“

Geneviève Adam, die Leiterin der Delegation aus Dürens französischer Partnerstadt Valenciennes, brachte es auf den Punkt: „Düren und Valenciennes sind ein altes Ehepaar, das schon fast 60 Jahre verheiratet ist. Wir lieben uns noch immer und sind Vorbild für ein vereintes Europa.“

Alle sieben Partnerstädte, neben Valenciennes noch Cormeilles (Frankreich), Altmünster (Österreich), Stryi (Ukraine), Jinhua (China), Gradacac (Bosnien) und Karadeniz Eregli (Türkei), hatten zum 40. Stadtfest Vertreter an die Rur geschickt und sorgten mit Musik, Tanz und kulinarischen Köstlichkeiten auf der Partnerschaftsmeile an der Annakirche für eine ganz besondere Atmosphäre. „Vielfalt“ war das Motto, und „Vielfalt“ wäre eigentlich auch das perfekte Motto für das gesamte Stadtfest gewesen.

Wie immer wurde den Dürenern eine Mischung aus Bühnenprogramm, Kirmesattraktionen, Gastronomieangeboten und Informationsständen geboten. Neu war die „Vereinsmeile“ am Wirteltorplatz. Acht Vereine, unter anderem „Afrika, Afrika“ und die „High-land Shadows“ aus Kreuzau, haben sich dort vorgestellt.

Anlässlich der Neueröffnung des Papiermuseums gab es viele Attraktionen zum Thema Papier. Karikaturist Gus Breuer zeichnete lustige Porträts und Kulturhelferin Marie Knodel bastelte mit den Stadtfestbesuchern die Dürener Wappentiere Adler und Löwe — selbstverständlich auch aus Papier. Unter dem Motto „Schulen, Kitas und Papier“ zeigten Kinder, was man alles aus Papier machen kann.

Am Sonntagnachmittag strömten die Menschen zum Einkaufen in die Wirtelstraße. Schüler des Stiftischen Gymnasiums hatten markante Gebäude wie das Hoesch-Museum aus Papier gebaut. Auf fünf Bühnen gab es Musik und Tanz. Vereine wie die „Highland Shadows“ präsentierten sich genauso wie die Dürener Partnerstädte. Foto: kin

Schüler des Stiftischen Gymnasiums hatten markante Orte wie das Leopold-Hoesch-Museum und den Bahnhof aus Pappe nachgebaut. Die Jungen und Mädchen der Grundschule Gürzenich haben Musikinstrumente gebastelt. „Wir haben Kartons genommen“, erzählt Viertklässler Noah. „Die Kartons wurden mit Zeitungspapier ausgekleidet und angestrichen. In meinem hängen eine Skulptur und ein Holzstab. Damit kann man Musik machen.“ Der Kindertrödelmarkt fand nicht mehr auf dem Schulhof der Peschschule statt, sondern wieder mitten in der Stadt. „Es sind wieder mehr Händler da“, sagte Heidi Berthold. „Und es kommen auch mehr Kunden. Der neue Platz für den Trödelmarkt ist perfekt.“

Die Kölner Kultband „Höhner“ lockte am Sonntagabend Tausende Menschen auf den Kaiserplatz. Foto: kin

Viel Musik

Wie immer gab es beim Dürener Stadtfest vor allem jede Menge Musik. Schon ab Freitagabend wurde auf und vor den fünf Bühnen in der Innenstadt gefeiert.

Stand das Fest am Freitag und Samstag ganz im Zeichen lokaler Bands wie „Indigo“ und „Shady Blue“, Schulorchestern und vieler (Kinder-)Tanzgruppen, die die große Stadtfestbühne für einen Auftritt nutzten, rockten die „Höhner“ am Sonntagabend auf dem voll besetzten Kaiserplatz mit Tausenden Dürenern, die sich als sehr textsicher und feierfreudig erwiesen.

Am Sonntagnachmittag strömten die Menschen zum Einkaufen in die Wirtelstraße. Schüler des Stiftischen Gymnasiums hatten markante Gebäude wie das Hoesch-Museum aus Papier gebaut. Auf fünf Bühnen gab es Musik und Tanz. Vereine wie die „Highland Shadows“ präsentierten sich genauso wie die Dürener Partnerstädte. Foto: kin

„Wir wollten zum Geburtstag einen besonderen Schlusspunkt setzen“, sagte Rainer Guthausen, Vorsitzender der IG City, der vor 40 Jahren das erste Dürener Stadtfest initiiert hatte, und seitdem ununterbrochen für die Traditionsveranstaltung verantwortlich war. „Und ich denke, das ist uns gelungen.“ Tolles Wetter, fast immer eine volle Innenstadt — Guthausen, der den IG-Vorsitz abgeben möchte, ist mit seinem letzten Stadtfest mehr als zufrieden. „Das war ein wirklich krönender Abschluss“, sagt er. „Für mich war dieses Stadtfest eines der besten der vergangenen Jahre.“

Ulf Minartz, der Guthausens Nachfolge antreten soll und sich schon seit vielen Jahren in der IG City engagiert, war ebenfalls sehr zufrieden mit dem Jubiläums-Stadtfest. „Ich hatte zwar sehr wenig Schlaf, aber es hat alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Seine Herausforderung für die nächsten Jahre werde sein, dafür zu sorgen, dass das Stadtfest wirklich finanzierbar bleibt. „Wir haben in diesem Jahr unglaublich viel Geld für den Sicherheitsdienst ausgegeben.“

„Weniger Quantität, mehr Qualität“

Vielleicht sei es sinnvoll, ergänzte Minartz, im nächsten Jahr ein etwas abgespecktes Stadtfest zu feiern. „Weniger Quantität, aber dafür mehr Qualität wird der Weg sein, den wir gehen müssen“, betonte der designierte Chef der IG-City.

Mehr von Aachener Nachrichten