"Tatort": Thiel und Prof. Boerne ermitteln in LVR-Klinik in Düren

Dreharbeiten für „Tatort“ Münster: Hauptkommissar Thiel und Professor Boerne ermitteln in Düren

Für die beliebte Fernsehreihe Tatort Münster sind jetzt mehrere Sequenzen in der Dürener LVR-Klinik in Haus 5 gedreht worden. Die Folge „Dann steht der Mörder vor der Tür“ ist Weihnachten 2019 zu sehen.

Mit den Dreharbeiten waren große Anstrengungen verbunden, denn am Set musste alles präpariert sein. Unruhe kam gleich am Morgen des Drehtags auf, weil eine dichte Laubdecke auf dem Hof von Haus 5 das Bild störte. Kurzerhand schritten die Kollegen Engelbert Düster und Hermann Josef Peters zur Tat - nach zehn Minuten war der Platz laubfrei.

Seit 2002 klären die beiden Tatort-Hauptdarsteller Axel Prahl (Thiel) und Jan Josef Liefers (Boerne) mit ihrer besonderen Art Verbrechen auf. Hauptkommissar Thiel ist kein Mann der großen Worte, Aufregungen sind ihm verhasst, er beobachtet in Ruhe und trifft Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Seine Marke ist Unauffälligkeit. Er fährt mit dem Fahrrad zum Dienst, Martinshorn und Blaulicht überlässt er anderen.

Rechtsmediziner Prof. Boerne ist ein eloquenter Plauderer, der zwar nicht immer auf alle Fragen eine Antwort weiß, aber zumindest einen beeindruckenden Text parat hat. Er fühlt sich als die Krönung der Forensik und des Lebens, und möchte nicht nur von seiner kleinwüchsigen Assistentin gewürdigt werden. Mit anderen Worten: Boerne kann alles, weiß alles, aber erleidet auch oft Schiffbruch.

Das Thema Psychiatrie ist Prahl und Liefers nicht unbekannt. Prahl wuchs in Schleswig-Holstein auf - die psychiatrische Klinik in Neustadt (Holstein) ist ihm lange vertraut, ein guter Freund von ihm ist Psychiatrie-Krankenpfleger. Liefers spielte die Hauptrolle in dem Film „Gefangen – Der Fall K“, in dem Hans Steinbichler die Geschichte von Gustl Mollathin dem Gustl Mollath verfilmte, der mehrere Jahre in der forensischen Psychiatrie untergebracht war. Der Fall sorgte vor Jahren für große Aufregung, weil es hieß, diese Unterbringung sei nie rechtens gewesen. Obwohl Liefers sich vorher lange mit dem Fall beschäftigt hatte, wollte er die psychiatrische Arbeit nicht generell in ein schlechtes Licht gerückt sehen. „Sie ist dringend notwendig“, sagte er, wenn „man sich auch in einigen Kontexten eine bessere Gutachterpraxis wünschen würde.“

Die Dreharbeiten in der LVR-Klinik in Düren werden im Dezember mit Mario Adorf fortgesetzt.

Mehr von Aachener Nachrichten