Düren: Tatort Obstwiese: Nachts rücken die Erntediebe an

Düren: Tatort Obstwiese: Nachts rücken die Erntediebe an

Wenn Pflaumen, Kartoffeln, Äpfel und Erdbeeren erntereif sind, rücken nicht nur Bauern, Erntehelfer und Maschinen an. Immer wieder sind auch Diebe auf Feldern und in Gewächshäusern unterwegs, um frisches Obst oder Gemüse einzustecken. In der sich dem Ende neigenden Saison haben Diebe und Vandalen wieder erhebliche Schäden angerichtet.

Der „Ernteklau” ist auch bei den Verkäufern auf dem Dürener Wochenmarkt ein Thema. „Die Leute kommen ganz gezielt mit dem Auto und großen Tüten in der Hand”, erzählt Petra Becker vom Obsthof Franken in Kreuzau-Boich. Aber nur ab und an erwischen die Bauern einen Dieb auf frischer Tat. „Als mein Bruder kürzlich Diebe im Kirschbaum erwischt hat und ansprach, sind die auch noch richtig frech geworden”, erzählt sie kopfschüttelnd.

Kaum Unrechtsbewusstsein

Das Unrechtsbewusstsein, darin sind sich die Bauern einig, ist gering. „Oft sind es "nur" ein paar Pflaumen, einige Apfel oder ein Kohl, aber manche laden sich auch den Kofferraum voll”, sagt Andrea Grüsgen, die mit ihrem Bornheimer Obstladen jede Woche auf dem Dürener Markt steht. In der Summe kommen da viele Kilos zusammen.

Den wirtschaftlichen Schaden können die Bauern nur schwer beziffern. Schließlich weiß niemand genau, wie viele Kilogramm Pflaumen oder wie viele Maiskolben abhanden gekommen sind, da die Ernteerträge von Jahr zu Jahr variieren. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW könne der finanzielle Schaden für die Bauern jedoch schnell mehrere Tausend Euro betragen.

„Dabei haben wir es doch ohnehin nicht einfach”, sagt Irmgard Bochröder, die einen Biohof betreibt. Der reduzierte Erlös ist aber nicht der einzige Schaden. Die Diebe brechen Äste ab oder zertreten Pflanzen und Früchte. Auch Hunde hinterlassen den Bauern ärgerliche Spuren oder zertreten Getreidehalme.