Tageseltern in Düren beenden Qualifizierung

Projekt endet mit Feierstunde : Zertifikat für 181 engagierte Tageseltern

Jetzt dürfen sie sich alle offiziell Tagesmütter und Tagesväter nennen. Nach 300 Stunden Qualifizierung in Theorie und Praxis erhielten die Teilnehmer des in Düren als Modelprojekt angebotenen Programms des Bundes „Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ ihre Zertifikate.

Am Dienstagabend wurden diese feierlich im großen Saal der Familienbildungsstätte der Evangelischen Gemeinde Düren verliehen. Am Freitag gesellte sich dazu die freudige Nachricht, dass Düren weiterhin auf Geld vom Bund hoffen kann.

Insgesamt haben 77 neue und 104 bereits tätige Tagesmütter und -väter die Fortbildung mit dem neuen kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch durchlaufen. Das Konzept sieht eine Qualifikation durch Theoriestunden, Praktika und Praxisbegleitung mit mehreren Prüfungen vor und ist eine Erweiterung der vorher gängigen Ausbildung, die nur ungefähr halb so lange dauerte.

„Als wir Anfang 2016 mit dem Projekt begonnen haben, waren viele bereits tätige Tagesmütter skeptisch, vor allem weil das Programm Praktika enthält“, sagt Petra Guthardt, Initiatorin für das Bundesprogramm. „Ich freue mich aber, sagen zu können, dass am Ende nur positives Feedback zurückgekommen ist und auch die bereits Tätigen von dem Konzept profitieren konnten.“

Die Stadt Düren hatte sich für das Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ beworben. Wie der Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD) am Freitag mitteilte, habe das Bundesfamilienministerium unter Franziska Giffey das Jugendamt der Stadt Düren nun aufgefordert, einen Antrag zu stellen. Im Erfolgsfall erhalte das Jugendamt von 2019 bis 2021 bis zu 150.000 Euro pro Jahr, schreibt Nietan. Das Bundesprogramm setzt drei Schwerpunkte: mehr Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen zum Beispiel mit Fortbildungen, bessere Arbeitsbedingungen und die Finanzierung einer Koordinierungsstelle bei den jeweiligen Jugendämtern.

Am Dienstag erhielten 21 Teilnehmer des bisherigen Bundesprogramms ihr Zertifikat. Auch Unterhaltung wurde geboten: Manfred Savelsberg, ehemaliger Amtsleiter des Stadtjugendamtes Düren und erfolgreicher Kabarettist zusammen mit seinem Sohn als „Solo für 2“ kam als „Hausmeister Manni“ vorbei und nahm die Zunft der Tagesmütter und -väter auf die Schippe, sprach aber auch Missstände wie Gehalt und Urlaubsregelungen an.

Um diese zu beseitigen, wird der Verein Dürener Tagesmütter und -väter weiterhin Lobbyarbeit leisten. Außerdem soll nach dem Auslaufen des Bundesprogramms weiterhin nach dem neuen Konzept ausgebildet werden.

(kim/pan)
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