Tag des Rauchmelders: Kleine Geräte sind äußerst sinnvoll

Tag des Rauchmelders : Kleine Geräte, die zu Lebensretter werden können

Sie sind klein, rund, weiß – und im Brandfall unter Umständen lebensrettend: Rauchmelder. Am Freitag ist „Tag des Rauchmelders“, den der Deutsche Feuerwehrverband vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Anlass genug für unsere Zeitung mit Kreisbrandmeister Karl Heinz Eismar über die im Notfall piepsenden Geräte zu sprechen.

Seit 2013 gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Rauchmelderpflicht für Mietwohnungen in Neubauten, nach einer Übergangsfrist gilt diese Pflicht seit 2017 auch für Bestandsbauten. „Das ist eine sehr sinnvolle Sache“, sagt Eismar. „Die Rauchmelder erhöhen die häusliche Sicherheit ganz enorm. Deswegen ist es für mich auch überhaupt nicht nachvollziehbar, warum es die Rauchmelderpflicht nicht für Eigenheimbesitzer gibt.“

Weil der Kunststoffanteil in Wohnungen heutzutage deutlich höher sei als noch vor wenigen Jahren, sei bei einem Brand auch die Rauchentwicklung mittlerweile viel stärker. „Das bedeutet zum einen, dass das Feuer sich rasanter ausbreitet und gleichzeitig schneller gefährliche Dämpfe entstehen. Dabei sprechen wir von Blausäure oder Nitrogenen, die den Menschen auch nachhaltig schädigen.“

Entscheidend sei deswegen, bei einem Feuer die Wohnung möglichst schnell zu verlassen. „Optimalerweise innerhalb der ersten 120 Sekunden“, erklärt Eismar. „Danach werden die austretenden Gase besonders gefährlich. Das schnelle Verlassen der Wohnung kann gelingen, wenn es einen funktionierenden, gut installierten Helfer gibt.“ Die kleinen Geräte seien sehr sensibel und würden schnell reagieren. Eismar: „Bundesweit hat es im vergangenen Jahr 360 Brandtote gegeben, im Kreis Düren keinen, der aufgrund eines Feuers in seiner Wohnung ums Leben gekommen ist.“ Natürlich sei es schwer nachzuweisen, dass das aufgrund der deutlich höheren Zahl von Rauchmeldern der Fall sei. „Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sie eine große Wirkung haben.“ Nicht selten, ergänzt der Experte, hätten sich heute die Bewohner nach einem Brand schon aus ihrer Wohnung retten können, bevor die Feuerwehr eintrifft.

Eismar: „Und das ist auch der richtige Weg. Wenn der Rauchmelder alarmiert, sollte man sich so schnell wie möglich in Sicherheit bringen und dann die Feuerwehr informieren. Jedenfalls dann, wenn das Feuer nicht im Treppenhaus ausgebrochen ist.“ Ist das der Fall, ergänzt der Kreisbrandmeister, sollen die Menschen in ihren Wohnungen bleiben, und von dort die Feuerwehr alarmieren.

Mittlerweile gibt es nicht nur Rauch-, sondern auch Kohlendioxid(CO2)-Melder. „Gerade im zurückliegenden heißen Sommer“, sagt Eismar, „hat sich vermehrt CO2 unter den heißen Dächern gestaut. Das kann tödlich sein.“ Auch bei Wohnungen mit Kaminöfen oder Heizthermen sei so ein CO2-Melder durchaus sinnvoll. Eismar: „Wir hatten in diesem Sommer einen Fall im Kreis Düren, dass Menschen ihren Holzkohlegrill mit in die Wohnung genommen haben, um dort weiter zu grillen. Das kann man sich kaum vorstellen, ist aber passiert.“

Um noch mehr Aufklärung zu leisten, will der Kreisfeuerwehrverband ab sofort auf seiner Internetseite (www.kfv-dueren.de) regelmäßig Tipps zu aktuellen Themen veröffentlichen, heute wird dort über den Einsatz von Rauchmeldern informiert. Das ist auch Thema am Informationsstand der Löschgruppe Nörvenich, die sich am Wochenende auf dem dortigen Gemeindefest präsentiert.

„Darüber hinaus“, ergänzt Karl Heinz Eismar, „wollen wir spezielle Veranstaltungen für Senioren anbieten.“ Nicht nur, dass diese Gruppe immer größer werde, es sei für die Feuerwehr auch schwieriger, alte Menschen im Notfall zu retten. „Das liegt daran“, erklärt Eismar, „dass Senioren häufig nicht so mobil sind. Deswegen möchten wir eine spezielle Checkliste für Seniorenwohnungen erstellen, mit deren Hilfe jeder erkennen kann, wie sicher sein Zuhause wirklich ist.“

Mehr von Aachener Nachrichten