Düren: Tag der Architektur: Innovatives Einfamilienhaus lädt ein

Düren: Tag der Architektur: Innovatives Einfamilienhaus lädt ein

Für dieses neue Haus interessiert sich die Fachwelt. Das hat der Dürener Architekt Georg Potschernik (46) bereits erlebt und es freut ihn. Und so ist es auch kein Wunder, dass eine Jury der deutschen Architektenkammer unter vielen Bewerbungen gerade dieses Gebäude ausgesucht hat und empfiehlt, es am Tag der Architektur zu besichtigen.

In Nordrhein-Westfalen sind in diesem Jahr 437 neue und erneuerte Bauwerke für Besucher geöffnet. Die Stadt Düren ist am kommenden Wochenende gleich mit fünf Bauwerken dabei. „Dieses Einfamilienhaus“, betont Potschernik gleich zu Beginn einer kleinen Führung durch die Räume, „ist auf den Bauherrn angepasst“.

Hell und elegant: Das Einfamilienhaus mit Wellnessbereich, das nach den sehr speziellen Wünschen seiner Bewohner errichtet wurde. Foto: mv

Was das bedeutet, wird einem Laien erst bei einem Rundgang klar. Betritt man den Neubau, so fällt gleich auf, dass alles den Eindruck großer Offenheit verbreitet. Von der Diele aus geht es quasi übergangslos in den Wohnbereich, den Essbereich und die Küche . Von einer klassischen Grundrissanordnung kann keine Rede sein. Die Bereiche Wohnen, Schlafen, Kochen und das Bad befinden sich auf einer Ebene und zwar im Erdgeschoss.

Es gibt nicht die kleinste Stufe. Das Bauherren-Ehepaar „wollte mit Blick auf die Zukunft barrierefreies Wohnen“, erklärt der Architekt. Alles „zum Wohnen Notwendige“ sollte sich im Erdgeschoss befinden, alles andere in der ersten Etage. Die Diele ist zudem so geräumig, dass dort sogar noch ein Aufzug eingebaut werden könnte. Platz für einen Treppenlift ist sowieso vorhanden, und die Treppe ins obere Stockwerk dafür passend konzipiert.

Wie unten, so ist auch auf der oberen Ebene alles in Weiß gehalten und sehr elegant. Das Gebäude ist nicht unterkellert, auch ein so genannter Technikraum befindet sich auf der Erdgeschoss-Ebene. Das Haus wird übrigens mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe energiesparsam beheizt.

Unten hat nur der Technikraum eine Türe, sogar Schlafzimmer, Umkleidebereich und das Badezimmer gehen ineinander über. „Man sitzt nicht mehr in geschlossenen Räumen“, glaubt Potschernik zu wissen. Und setzt an zu einem Vortrag über „die aktuelle Entwurfslehre“. Dabei wird schnell klar: Der Dürener, der nach seinem Studium an der RWTH Aachen im Kölner Büro des berühmten Architekten Professor Gottfried Böhm arbeitete, ist auch theoretisch versiert.

120 Quadratmeter groß ist der untere Bereich, 80 Quadratmeter gibt es oben. Dort wünschte der Bauherr einen Wellnessbereich. Auch der ist mit Fitness-Raum und Sauna, wie schon das Erdgeschoss, speziell nach den Vorstellungen den Bauherren konzipiert. Abgetrennt sind oben nur zwei Gästezimmer, der Arbeitsbereich des Bauherrn ist wiederum offen.

Weil man sich viele Wände und auch die Türen und Flure gespart hat, wirkt alles größer, als es in Wirklichkeit ist. Auffallend ist sodann die Kombination der verwendeten Materialien: Auf den Treppen befindet sich Naturstein, das Geländer ist aus Edelstahl, an drei Wänden gibt es eine farbige Tapete. Alles ist in den Proportionen aufeinander abgestimmt. Nein, Stangenware ist dieses Haus wirklich nicht.