SWD Powervolleys wollen mit dem Dürener Deal noch weiter nach oben

SWD Powervolleys starten in die Saison : Mit dem Dürener Deal noch weiter nach oben

Zum Start in die neue Bundesliga-Saison haben die SWD Powervolleys einen eigenen Wertekodex erarbeitet, mit dem sich alle Spieler identifizieren können. Welche Werte der Mannschaft besonders wichtig sind, erklären Diagonalangreifer Philipp Schumann, Kapitän Michael Andrei und Trainer Stefan Falter.

Es geht um Außenwirkung, aber auch um den Spirit, den besonderen Geist innerhalb der Mannschaft, um Zusammenhalt, Identifikation – und am Ende auch um Regeln und Ideale: Zum Start in die neue Volleyball-Bundesliga-Saison haben sich die SWD Powervolleys einen eigenen Wertekodex erarbeitet. So wie die „Starting Six“, also die Startmannschaft einer jeden Volleyballpartie, enthält dieser Kodex sechs Punkte. Trainer Stefan Falter (54), Diagonalangreifer Philipp Schumann (26) und Kapitän Michael Andrei (34) erklären, was es damit auf sich hat.

„Wir müssen uns darüber klar werden, wie wir als Mannschaft auftreten, wie wir wirken möchten – auf die Fans, aber natürlich auch auf unsere Gegner“, sagt Falter. „Das bedarf einer gewissen Verbindlichkeit. Und deswegen ist es wichtig, dass die Mannschaft eine Vereinbarung eingeht. So wie ein Vertrag. Die Spieler sollen miteinander einen Deal eingehen.“ Dabei, ergänzt der Trainer, sei es entscheidend, dass seine Spieler ihre Werte selbst finden. „Natürlich habe ich versucht, Impulse zu setzen, klar. Es macht aber keinen Sinn, Ideale vorzugeben. Mir war es nur wichtig, dass es überhaupt einen Wertekodex gibt, mit dem sich alle 13 Spieler meines Teams identifizieren können.“

Seit Jahren spielen Dürens Volleyballer im oberen Tabellendrittel der immer stärker werdenden deutschen Bundesliga mit. Trotzdem ist ein Titel in der Meisterschaf oder im Pokal immer ausgeblieben – auch, weil Top-Teams wie der VfB Friedrichshafen und die Berlin Recyclingvolleys unerreichbar waren. Aber schon in der vergangenen Saison deutete sich an, dass die Ligateams immer enger zusammenrücken. „Die Mannschaften liegen leistungsmäßig viel dichter beieinander“, sagt Mittelblocker Michael Andrei. „Und da können am Ende Dinge wie so ein Wertekodex entscheidend sein. Vielleicht können sie sogar den Unterschied ausmachen.“

Respekt und Akzeptanz

Aber welche Werte sind Andrei und seinen Mannschaftskollegen besonders wichtig? „Zum einen sind Pünktlichkeit, Respekt und Akzeptanz wichtige Punkte. Und zwar nicht nur für die Spieler, sondern für alle, die zum Gelingen unserer Mannschaft beitragen. Auf den Punkt gebracht heißt das: Wenn wir uns zur Regel machen, immer pünktlich zu sein, dann gilt das beispielsweise auch für unsere Physiotherapeuten“, erklärt Falter.

Die sechs Punkte des Wertekatalogs, die die Mannschaft in einer Teamsitzung festgelegt hat, heißen Aggressivität, Kampfbereitschaft, Körpersprache/Ausstrahlung, schnelles Spiel, Geschlossenheit/Zusammenhalt sowie Fehlermanagement. „Vielleicht gibt es Leute, die denken, dass diese Werte selbstverständlich sein sollten“, sagt Falter. „Aber sie sagen aus meiner Sicht sehr viel über die Charakteristik meiner Mannschaft aus.“

Vier Werte der Powervolleys im Detail – Aggressivität: „Wir gehen nicht abwertend in ein Spiel“, erklärt Philipp Schumann diesen Punkt, „sondern treten druckvoll auf, zeigen, dass wir immer und zu jedem Zeitpunkt des Spiels da sind.“

Kampfbereitschaft: „Das passt zu Aggressivität“, betont der Kapitän. „Wir versuchen, jeden Ball zu bekommen und lassen auch dann nicht nach, wenn wir mehrere Punkte hinten liegen. Aufgeben ist keine Option.“

Körpersprache: Mit der richtigen Mimik und Gestik wollen die Powervolleys ihrem Gegner signalisieren, was Sache ist. Andrei: „Mit der richtigen Körpersprache und mit Blicken kann man den Gegner einschüchtern. Das wollen wir tun, auch wenn es vielleicht auf dem Feld einmal nicht so gut läuft. Es wäre fatal, in so einer Situation den Kopf hängen zu lassen.“

Zusammenhalt/Geschlossenheit: Beides wollen Andrei, Schumann und Co. auf und neben dem Feld leben. Schumann: „Natürlich gibt es in unserer Mannschaft viele unterschiedliche Charaktere. Aber es harmoniert.“ Andrei ergänzt: „Es ist auch klar, dass nicht alle beste Freunde sein können. Natürlich gibt es auch manchmal Grüppchenbildung. Am Ende des Tages ist aber wichtig, dass die Mannschaft in Gänze immer wieder zueinander findet.“ Dazu passt: Echte Teambildungsmaßnahmen wie ein Ausflug in die Kletterhalle haben nicht zur Saisonvorbereitung gehört. Falter: „Teambuilding muss während des Trainings stattfinden.“ Eine Mannschaft müsse sich menschlich gut kennen, um einen Wertekodex zu erarbeiten. „Wir waren eine Woche im Trainingslager im belgischen Bütgenbach. Dort haben wir echt aufeinander gehangen, haben uns sehr gut kennengelernt. Das war eine wichtige Form des Teambuildings für uns.“

Doppelt positiv

Schumann, Andrei und Falter sind überzeugt, dass das Einhalten des Wertekataloges sich doppelt positiv auf die Powervolleys auswirken wird – in sportlicher Hinsicht, aber auch im Verhältnis zu den Fans. „Der Wertekodex“, erklärt Pilipp Schumann, „verdeutlicht, wie wir als Mannschaft sein wollen, aber auch wie wir wahrgenommen werden wollen. Wenn es uns gelingt, alle Punkte konstant umzusetzen, führt das sicher dazu, dass die Spiele sehr attraktiv sind. Das wird auch den Fans gefallen.“ Gleichwohl, ergänzt Andrei, sei der Wertekodex nicht für alle Zeiten, auch nicht für die komplette Saison, in Stein gemeißelt. „Das ist ein Prozess, über den wir natürlich immer wieder neu diskutieren müssen“, betont der Kapitän. „Und vielleicht werden Punkte auch weiterentwickelt.“ Stefan Falter ergänzt: „Wir haben jetzt eine Grundlage, an die sich alle halten müssen. Natürlich gibt es keine direkten Sanktionen, wenn ein Teammitglied gegen den Wertekodex verstößt. Aber natürlich habe ich als Trainer die Möglichkeit, die Dinge einzufordern.“

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