SWD Powervolleys spielen Sonntag bei Aufsteiger Helios Grizzlys Giesen

SWD Powervolleys: Mit Erfahrung aus dem Leistungstief befreien

Zum ersten Mal stand er in der Startformation der SWD Powervolleys. Und seine Präsenz war deutlich spürbar: Björn Andrae, der Winterzugang des Volleyball-Bundesligisten.

Der Außenangreifer, 280-facher deutscher Nationalspieler und ehemaliger Kapitän der Eliteauswahl, war nun beim 3:1-Erfolg bei den United Volleys aus Frankfurt nicht der punktesammelnde Außenangreifer und der Annahmeakteur mit einer 100-prozentigen Erfolgsquote.

Bei seinem Debüt in der Startformation überzeugte Andrae dagegen schon alleine mit seiner Ruhe und Abgeklärtheit. „Seine Anwesenheit sorgte dafür, dass in manchen Situationen keine Hektik ausbrach“, sagte Stefan Falter, der Dürener Coach. Die Sicherheit, die Björn Andrae während der Übungseinheiten vermittelte, zeigte sich auch in der Plichtpartie am Main.

Sebastian Gevert ist da schon der emotionalere Typ, wie sich bei Punkten für Düren immer zeigt. In der Fraport-Arena durfte der Deutsch-Chilene auch wieder zahlreiche eigene Punkte bejubeln. Der Diagonalangreifer machte seinem Namen als erfolgreichster Angreifer der Bundesliga alle Ehre: 23 Mal überwand er gegenerischen Block und Feldabwehr.

Kein Frankfurter Angreifer kam auch nur annähernd an Geverts Punkte heran: „Die hatten – wohl auch wegen uns – keinen guten Tag erwischt“, freute sich Falter und erklärte: „Wir haben ihren Aufschlag in der Regel gut angenommen und ihre Annahme ins Wanken gebracht. Wir haben ihren Angreifern auch mit unserer Blockarbeit den Zahn gezogen, weil ihr Zuspieler, der Bruder unseres Zuspielers Tomas Kocian, wegen der wackelnden Annahme sein Spiel nicht aufziehen konnte. Und schließlich haben wir immer wieder überzeugend gepunktet.“

Selbst eine Leistungsdelle fiel in der hessischen Metropole nicht ins Gewicht: „Wir haben aus der Niederlage gegen den Spitzenreiter Hypo Tirol Alpen Volleys gelernt“, betonte Falter: „Wir haben es geschafft, mit unserer Erfahrung dieses Tal zu verlassen.“ Und diese Erfahrung soll sich nun in den Köpfen der Spieler festsetzen.

Ob die SWD Powervolleys auf diese Erkenntnis in der Partie am Sonntag ab 16 Uhr zurückgreifen müssen? Gastgeber ist der Aufsteiger, die Helios Grizzlys aus Giesen. Das Team belegt den drittletzten Platz vor dem TV Rottenburg und dem VCO Berlin. Eine Partie haben die Dürener bereits in Hildesheim absolviert: Im Pokalviertelfinale gewannen sie dort 3:1, nun sind drei Punkte zum Abschluss der Hinrunde das Ziel.

Der Neuling befindet sich weiterhin in einem Anpassungsprozess, er spielt einen anständigen Volleyball, ist, wie Falter betont, aber kein leicht zu spielendes Team. In den Partien nach der Pokalniederlage gegen Düren hat Giesen seine Volleyballart etwas modifiziert, aber viele bekannte Muster beibehalten.

Stärken und Schwächen

Die Dürener kennen also Stärken und Schwächen des Gastgebers, wollen aber hauptsächlich mit ihren herausragenden Fähigkeiten den Grundstein für den zweiten Sieg gegen die Helios Grizzlys legen. Beispielsweise im Aufschlag: Wackelt Giesens Annahme, kann der Hausherr kein variables und druckvolles Angriffsspiel aufziehen, Dürens Block und Feldabwehr hätten leichtere Arbeit, im Gegenangriff könnte dann auch Gevert wieder seine Qualitäten unter Beweis stellen.

Die personelle Situation der Powervolleys ist unverändert: Mittelblocker Tim Broshog und Außenangreifer Lucas Coleman fehlen weiter.

(sis)
Mehr von Aachener Nachrichten