Kulinarische Weltreise in der Nordstadt: Suppenkelle als Dürener Integrationswerkzeug

Kulinarische Weltreise in der Nordstadt : Suppenkelle als Dürener Integrationswerkzeug

Viele Köche verderben den Brei? Davon war am Sonntag beim Internationalen Suppenfest im „Haus für alle“ nichts zu spüren. Und erst recht nicht zu schmecken.

Ein gutes Dutzend Köchinnen und Köche hatte im Vorfeld am Herd gestanden, um den Besuchern ein kulinarisches Angebot zu unterbreiten, das der Multikulturalität des Dürener Nordens gerecht wird. Vom thailändischen Hähncheneintopf (scharf!) über eine somalische Kichererbsensuppe bis zur Schnippelbohnensuppe – für wirklich jeden Geschmack war etwas dabei, und die Köche ließen sich gerne zum Fachsimpeln und Rezeptetausch in den Topf gucken.

Bereits zum sechsten Mal hat die Kochgruppe der Stadtteilvertretung Nord-Düren das Fest in der Bürgerbegegungsstätte am Nordpark organisiert. „Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaft und Integration zu leben“, begrüßte Sprecherin Gabi Saus die ersten zur Mittagszeit eintreffenden Gäste. Es sei jedoch „leider nicht überall selbstverständlich und möglich“, Gemeinschaft und Integration zu leben.

Brückenschlagen zum Miteinander

Veranstaltungen wie das Suppenfest, das Sportfest für jüngere Bewohner des Stadtteils und regelmäßige Angebote im „Haus für alle“ würden Brücken schlagen, zum Dialog und Miteinander einladen. „Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft Bürger aller Nationalitäten ansprechen und genug jüngere Mitstreiter finden, die auch Verantwortung übernehmen“, sagte Gabi Saus. Damit der dampfende Inhalt der vielen Töpfe nicht kalt wurde, war der Höhepunkt der Rede ein Appell: „Schwingt die Suppenkellen, ran an die Löffel – und lasst es euch schmecken!“ Völkerverständigung kann auch durch den Magen gehen.

Bis in den frühen Nachmittag hinein nahmen an den Tischen im großen Saal regelmäßig neue Besucher Platz, die sich auf kulinarische Weltreise begaben und miteinander ins Gespräch kamen. Kein neues Gesicht im Dürener Norden, aber erstmals zu Gast beim Suppenfest war Helge Pohl, der Bezirksbeamte der Kreispolizeibehörde. „Ich bin seit elf Monaten für Norddüren zuständig und jeden Tag im Viertel unterwegs.

Mir ist wichtig, dass alle Menschen wissen, dass die Polizei ein Ohr für Ihre Anliegen und Sorgen hat“, sagte Pohl. Das Fest im „Haus für alle“ war für den Bezirksbeamten eine sehr gute Gelegenheit, sich vorzustellen. Probieren durfte er natürlich auch.

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