Hürtgenwald: Sturm wütet auch im Ruhehain

Hürtgenwald: Sturm wütet auch im Ruhehain

Im vorigen Jahr wurde der „Ruhehain Hürtgenwald” eingeweiht. An der Verbindungsstraße zwischen Vossenack und Simonskall kann man sich seitdem bestatten lassen: Biologisch abbaubare Urnen werden im Erdreich am Fuße alter Bäume begraben.

Das Unwetter vom 27. Juli verwüstete auch hier Teile des Baumbestands. Kaum jemand in der Eifel kann sich an ein Unwetter mit solch heftigem Sturm erinnern. Die Kraft entlud sich in einigen Teilbereichen der Gemeinde Hürtgenwald, zum Glück meist außerhalb von Ortschaften. „Es hat ausgesehen wie nach Bombeneinschlägen”, berichtet Ralf Görner, Geschäftsführer der „Ruhehain Hürtgenwald GmbH”.

Mit unvorstellbarer Wucht traf der Sturm auf das Waldgebiet, Bäume wurden entwurzelt. Eichen und Buchen, die einen Durchmesser von mehr als 50 Zentimeter haben, knickten. „Es ist schon ein trauriger Anblick, wenn man die Zerstörung sieht”, sagt Ralf Görner. Die meisten Bäume wurden direkt nach dem 2. Weltkrieg gepflanzt, aber es sind auch einzelne Exemplare dabei, die hundert Jahre alt sind.

Für Bestattungen wurden etliche Bäume ausgesucht und mit Nummernschildern versehen, man kann ein Nutzungsrecht für Bestattungen an diesen Bäumen kaufen. Auch einige von den für Bestattungen vorgesehenen Bäumen wurden Opfer des Sturms, einer, an dessen Wurzeln mehrere Urnen liegen, stürzte um.

Man wird am Donnerstag bei einer Gesellschafterversammlung beraten, wie man hier vorgeht. Ralf Görner könnte sich vorstellen, in unmittelbarer Nähe des Standortes einen neuen Baum zu pflanzen. Die Gesellschaft lässt sich von den Fachleuten im Forstamt in Hürtgen beraten.

Die Aufräumarbeiten begannen wenige Tage nach dem Unwetter, denn der Weg musste zuerst frei geräumt werden. Im Baumbestand ist es schwierig, das schwere Astwerk zu entfernen. Doch auch hier will man noch in dieser Woche fertig werden.

Für Bestattungen sind die Arbeiten nicht hinderlich, die Arbeiten werden dann unterbrochen. Dem Wunsch etlicher Bürgerinnen und Bürger, hier in der Stille ihre letzte Ruhe zu finden, wird auch jetzt entsprochen. Manch einer freundet sich mit dem Gedanken an, zurück zur Natur zu gehen. Ihm erscheint der Ruhehain der geeignete Ort, nach dem Tod mit der Schöpfung eins zu sein.