Düren: Streit um Sanierung der Dürener Rathausfenster

Düren: Streit um Sanierung der Dürener Rathausfenster

Missachtet die Stadt Düren bei der Sanierung des Rathauses den Denkmalschutz? Ja, sagt die Kölner Bezirksregierung. „Das ist Quatsch”, sagt Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemangement.

Im Kern geht es bei der insgesamt rund 14,75 Millionen Euro teuren Sanierung um den Austausch von rund 400 Fenstern des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Vorgeschichte: Im Oktober 2011 beantragt die Stadt einen Zuschuss zu der Maßnahme, Mitte November gibt es eine entsprechende Begehung vor Ort.

Ende Februar 2012 folgt dann der Bescheid der Bezirksregierung - eine Ablehnung, die es in sich hat. „Wie bei dem Ortstermin zu erfahren war, sollen bei der Sanierung des Rathauses die meisten der in gutem Zustand befindlichen bauzeitlichen Fenster und Fensteranlagen zerstört werden. Darin sehe ich eine bedauerliche und überflüssige Beeinträchtigung des denkmalgeschützten Gebäudes”, schreibt das zuständige Fachamt in Köln.

Dies sei um so unverständlicher, weil „die mit dem Einbau neuer, vermutlich hochdichter Fenster einhergehenden bauphysikalischen Probleme voraussehbar sind” und der Einbau neuer Fenster „deutlich kostspieliger ist, als die denkmalgerechte Überarbeitung”, heißt es weiter.

Ein „insgesamt denkmalverträglicher Umgang mit der Bausubstanz” sei aber Voraussetzung für eine Bezuschussung. Genau der sei nicht gegeben.

Helmut Harperscheidt sieht das grundsätzlich anders: „Das entspricht nicht den Tatsachen”, sagt er. „Hier wird unterstellt, dass die Aufbereitung der alten Fenster kostengünstiger sei. Das ist aber von einem Gutachter widerlegt worden.”

Zudem sei das ganze Sanierungskonzept des Rathauses hinfällig, wenn die Fenster nicht ausgetauscht würden, schließlich gehe es ja vorrangig darum, das Rathaus energetisch zu sanieren. Harperscheidt: „Wir hatten die Zusage vom Landeskonservator, dass wir die Fenster austauschen dürfen, wenn wir die Fenster im Sitzungssaal und im Treppenturm erhalten. Genau das tun wir.”

Dumm nur, dass der Landeskonservator im September 2011 in Ruhestand gegangen ist und die Bezirksregierung im Februar 2012 zu einer gänzlich anderen Einschätzung gekommen ist.

„Wir haben den Antrag auf eine Förderung abgelehnt. Für uns hat sich die Zuständigkeit damit erledigt”, erläutert Oliver Moritz von der Bezirksregierung. „Aber fragen Sie doch mal bei der Unteren Denkmalbehörde der Stadt nach”, gibt er als Tipp noch mit auf den Weg.

Das hilft hier aber nur begrenzt. Denn: „Im Fall Rathaussanierung ist dem Gebäudemanagement die Funktion der Unteren Denkmalbehörde übertragen worden”, erklärt Helmut Harperscheid, der damit die eigentlich zuständige Fachfrau ersetzt.

Reagiert hat inzwischen auch die Obere Denkmalbehörde, also der Kreis Düren. Dessen Sprecher Josef Kreutzer bestätigte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Kreis Düren die Stadt um eine entsprechende Stellungnahme gebeten hat. Eine Kopie des Schreibens ist auch an die Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Rheinland gegangen.

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